ANHANG.
No. 2.
DER ELBZOLL DER HERREN VON ALVENSLEBEN IN ROGÄTZ .
Es scheint eine Eigentümlichkeit der Elbe gewesenzu sein, dass noch bis zum Erlass der Elbschiffahrtsaktevon 1821 einzelne Privatleute im Besitze einer Zollerhebungwaren. Vielleicht waren diese Zölle in älterer Zeit in nochgrösserer Anzahl vorhanden; wie wir bereits gesehen haben,war der königliche Zoll in Wittenberge früher ein Privat-zoll gewesen. Von den im Jahre 1819 noch bestehendensoll hier wenigstens einer etwas genauer betrachtet werden.Über die übrigen etwas näheres zu erfahren, ist mir nichtgelungen. Vielleicht aber lässt die folgende Darstellungauch einige Gesichtspunkte für die allgemeine Natur derprivaten Elbzölle erkennen.
Der Zoll im Besitze der Herren von Al vensleben wurdezuletzt in Magdeburg erhoben und früher, wie bereits er-wähnt, in Rogätz. Das Dorf Rogätz liegt an der Mündungder Ohre in die Elbe, also nur wenige Meilen unterhalbMagdeburgs . Auf dem linken Ufer ihrer Mündung bildetdie Ohre einen kleinen Hafen, an welchen sich das Dorfselbst anschliesst. Dieser Hafen ist auch für die heutigeElbschiffahrt von Wichtigkeit, wobei auch nicht zu über-sehen ist, dass Rogätz heute Station der von Magdeburg nach Stendal und Wittenberge führenden Eisenbahn ist.Wenn wir auch annehmen können, dass in der hier inBetracht kommenden Gegend der Elbe diese im Laufe derZeit öfters ihr Bett gewechselt hat, was vielleicht auch