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ANMERKUNGEN
Schon die Grösse des Gebäudes, welches die übrigen Häuser ringsherum weit überragt, deutet darauf hin. Sonst bezeichnet Spieker inNiedersachsen auch ein kleines Häuschen, eine Hütte, auch einenAltenteilskathen, in welchem die sogenannten Büdner oder Einliegerwohnen. Diese waren solche Leute, welche nur zum geringen Teilsich von der eigenen Landwirtschaft ernährten und meist ihren Unter-halt als Tagelöhner oder Handwerker verdienten. Sollte der AusdruckZollenspieker hiermit zusammen hängen, so wäre dies eben ein solcherSpieker, im welchem ein mit der Zolleinnahme beauftragter Nicht-Land-wirt wohnte und sich mit diesem Amte sein Brod verdiente; doch istwohl die erstere Erklärung mehr zutreffend. Über diese Leute unddiese Gebäude siehe: 'Wittich, Ländliche Verfassung Niedersachens undOrganisation des Amts im 18. Jahrhundert, Strassburger Staatswiss.Dissertation 1891, pg. 71 ff.
Wegen dieses Hamburg und Lübeck gemeinschaftlich gehörendenZolles vertrat der Hamburgische Unterhändler in Dresden auch dielübisclien Interessen. Hierzu siehe auch Anm. 205 bezüglich der Del-venau und des Stecknitzkanales.
Siehe auch Anm. 112.
36) Im 18. Jahrhundert noch ist diese utrasse im Verkehr mitMittel- und West-Deutschland viel benutzt worden. In einer Auf-zählung der wichtigsten Reise- und Postwege finden wir sie verzeichnet,bei: Pack, die Posten von Strassburg nach Deutschland, Strassburg 1800.
37) Sclimoller. Studien VII, pg. 58. Der Ausdruck ist sehrbezeichnend.
38) In der 16. Dresdener Conferenz, 12. 10. 1819 übergabHannover ein „Promemoria über die nähern Verhältnisse der zu Ilitz-acker erhoben werdenden besonderen Abgabe von Korn und Holz.“ Indiesem Schriftstück heisst es : „Als Preussen im Anfänge des vorigenJahrhunderts den adlich-Wittenbergiselien Zoll, der vorher nicht be-deutend war, an sich gekauft und seinen Tarif späterhin erhöhet hatte,auch gegen den Inhalt des Westphälisclien Friedens der sogenannteLenzener Licent fortbestehen blieb, so erfolgten gegen beide Maasregelnvon Seiten des königlich-Hannüverischen Regierung mehrfache, jedochfruchtlose Gegenvorstellungen, welche als Resultat im Jahre 1720 dieAnordnung von Repressalien herbeiführten. Man fing damit an, dieZölle auf Korn und Holz in Hitzacker zu erhöhen und befahl dendortigen Zollbedienten diese erhöhte Abgabe von den PreussischenUnterthanen, welche Handel un Schiffahrt auf der Elbe trieben, zuerheben. — Nach der ursprünglichen Anordnung und der Absicht trifftdiese erhöhte Zollabgabe zwar nur königlich-Preussisehe Unterthanen:nach der Wirklichkeit aber, weil bisher nur Preussische Unterthanen,soweit die Elbe das Gebiet dieser Macht berührt, befahren durften,fast ausschliessend den gesummten Elbhandel und die gesnmmte Schiff-fahrt.“ Siehe: Die Elb-Zölle. Aktenstücke und Nachweise 1814—1859.Leipzig 1860, pg. 26 u. 39.