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Die ländliche Verfassung der Grafschaft Erbach und der Herrschaft Breuberg im 18. Jahrhundert : ein Beitrag zur deutschen Rechts- und Wirtschaftsgeschichte / von German Killinger
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EINLEITUNG.

Dienstmannschaft des Herzogs Ludwig I. von Bayern als Rheiu-pfalzgrafen, zur Entschädigung für den Schaden, welchen diesemihr Vater, der gen. Gerhard von Erbach, zugefügt hatte. Seit-dem sind die Heiren von Erbach rheinpfalzgräfliche Schenkenund Ministerialen, gehören aber bereits im 13. Jahrhundert alsnobiles dem Stande der wenigen Edlen Frankens an 1 ).

Die Stammburg Erbach lag in der Mark Michelstadt, welcheursprünglich Königsgut war, 814 von Ludwig dem Frommen anEinhard, den Geschichtsschreiber Karls des Großen, von diesemaber schon 819 an das Kloster Lorsch geschenkt wurde. Aufdiese Stammburg Erbach, auf eine eigene Burg in Michelstadt und auf eine in geringer Entfernung unterhalb Michelstadt ,dem bedeutendsten Orte der Grafschaft, an der Mümmling er-baute Burg Fürstenau erfolgte die älteste Besitzesteilung durchdie Enkel des erwähnten vor 1223 gestorbenen Gerhard, in derArt, daß von ihnen Konrad auf Erbach, Eberhard auf Michel-stadt und Johann auf Fürstenau abgeteilt wurde. Von diesenLinien starb diejenige Konrads zu Erbach 1503 mit Erasmus,jene Eberhards zu Michelstadt mit Valentin 1531 im Mannes-stamme aus, und es vereinigte nunmehr Eberhard XIII., Herrund Schenk zu Erbach von der Linie Johanns auf Fürstenau,den erbachischen Gesamtbesitz.

Als älteste zur Bildung eines Territoriums geeignete Be-sitzungen erscheinen die 4 Zenten Beerfelden, Erbach, Michelstadt und Reichelsheim , und zwar mit Sicherheit seit dem 14. Jahr-hundert als kurpfälzische Lehen ; vermutlich aber trugen dieSchenken die Zent Reichelsheim vor 1223 vom Reiche zu Lehen.Außerdem besaßen sie eine größere Anzahl von Vogteiortschaftenin kurmainzischen, kurpfälzischen, katzeuelnbogisclien, breubergi-schen u. a. Zenten, welche sich teils schon ipi 12. Jahrhundertin ihrer Hand befanden, teils erst später erworben wurden (bes.die Ämter Seeheim, Jazza, Dannenberg, Habitzheim ). SpätereErwerbungen waren insbesondere die Zenten König und Ober-keinsbach. Nach Aussterben des Mannesstammes der Grafenvon Rhieneck wurde dem Hause Erbach das rhieneckische, von

') Simon 280. Fellner, Die fränk. Rittersch. v. 1495 bis 1524 (1905) 38.