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EINLEITUNG.
Die räumliche Ausdehnung des gesamten Gebietes wirdteils auf 12 bis 13 1 ), teils auf 31 2 ) Quadratmeilen angegeben.Die Einwohnerzahl der Grafschaft wurde um 1750 auf 23 800bis 24 000 3 ) berechnet; 1806 betrug sie rund 25 000, in derHerrschaft Breuberg 9074 ohne Wersau , Bierbach, Mömmlingeu;in der Herrschaft Rothenberg 719. Im ganzen ungefähr 35 000 4 ).
Entsprechend dem in dem Teilungsvertrage von 1544aufgestellten Grundsätze der Unteilbarkeit der Grafschaft warauch die Teilung von 1718 und 1747 keine eigentliche Landes-teilung. Blieben einerseits das Archiv, die Gruft, das Hammer-werk bei Steinbach gemeinschaftlich, so gab es andrerseits demKeiche und dem Kreise gegenüber nur eine Grafschaft Erbach.
Demgemäß wurden zunächst die in der Reichs- und Kreis-standschaft begründeten Rechte vom Senior des Gesamthausesausgeübt, welcher sich über die Abstimmung auf den Reichs-und Kreistagen vorher mit den Agnaten zu vereinbaren hatte;von ihm wurden die Vertreter des Hauses bei Reich und Kreisverpflichtet und instruiert 5 ).
Aus dem gleichen Grunde blieb die landesherrliche Schatzung,welche hauptsächlich der Aufbringung der Reichs- und Kreis-steuern diente, dem Gesamthause Vorbehalten, derart, daß „alles,was in Schatzungssachen und gemeinen Anliegen zu Kriegs-und Friedenszeiten einschlägt, von hohen Gesamtherrschaftenund dero gemeinsamen Entschliessungen dergestalt abhange, dassdarunter keine Herrschaft insbesondere vor sich, auch in ihremLandesantheil etwas ohne Zuthun der übrigen thun und verfügenkönne, wie denn auch die Receptores der Landkassegelder so-
‘) Vehse, Gesch. d. deutschen Höfe VI 256.
s ) Dieffenbach, Graf Franz zu Erbach-Erbach (1879) 91.
3 ) Kleinius 130.
•*) Davon kamen an das Großh. Hessen 32 901 nach Zählung vom3. Okt. 1806 in F. Erb.-Fürstenau. Polizeis.
5 ) Gesandter des Hauses Erbach beim fränkischen Kreise war inden 90er Jahren des 18. Jahrh. der durch seine Beziehungen zu GrafHardenberg bekannte F. A. v. Zwanziger, der außerdem noch die Ver-tretung von 6 andern Kreisständen auf sich vereinigte. Süßheim, PreußensPolitik in Ansbach-Bayreuth 1791—1806 S. 99 f.