Druckschrift 
Die Schicksale des lateinischen Münzbundes : ein Beitrag zur Währungspolitik / von Ludwig Bamberger
Entstehung
Seite
16
Einzelbild herunterladen
 
  

in

gang geweihten Bau den ersten erschütternden Stöfsversetzt haben, gerade an die Folgen jener früheren Hint-ansetzung von Sinn und Wortlaut des Vertrags anknüpfen.Die sogenannte Liquidationsclausel nämlich, welche jetztzum Eris -Apfel geworden, tauchte schon in vergangenen Jahreneinmal auf, und zwar ward sie gerade von Belgien , dem siejetzt drohend entgegengehalten wird, vertheidigt im Hinblickauf die Abnormität, welche Italien in den Band hineingetragenhatte, als es sein Geldwesen auf lange hinaus schlechthin ineine zeitweise tief entwerthete Papiercirkulation um-wandelte. Im Verlauf der Untersuchung wird sich zeigen,dafs gerade der Gegensatz zwischen dem Verhalten der beidenStaaten den Mafsstab liefert, mittelst dessen sich feststellenläfst, wie weit in einem früheren Stadium der Unterhandlungendie Forderung der Liquidationsclausel mit Rechtsgründen ver-theidigt werden konnte und wie weit nicht. Sie konnte näm-lich, um es einstweilen kurz vorauszuschicken, berechtigtscheinen Italien gegenüber, als es durch die Ausgabe vonZwangspapier den Münzvertrag verletzt hatte; sie ist jetztunberechtigt Belgien gegenüber, weil es ihn treu, nur zu treugehalten. Was Frankreich betrifft, so war der Zwangscursschon wieder beseitigt, als zum ersten Mal die Frage derkünftigen Liquidation angeregt ward. Gleichwohl konnteBelgien, als neuerdings Frankreich ihm die Liquidation seinerThaler als eine Forderung der Billigkeit entgegenhielt, mitRecht erwidern, dafs in der Zeit des Zwangscurses der fran-zösischen Banknoten das zur Zahlung der deutschen Kriegs-schuld verwandte Silber den belgischen Prägeanstalten zu-geführt worden sei und damit das Quantum belgischer Thaler,die Belgien nach der Clausel bei Auflösung des Bundes anFrankreich in Gold herauszahlen soll, gerade besonderen fran-zösischen Bedürfnissen gedient hätte.