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möchte, es gerecht wäre, den daraus entstehenden Verlustunter allen verbündeten Staaten nach einem näher zu verein-barenden Verhältuifs umzulegen; da die lateinische Unionnur ein einziges Münzgebiet gebildet hat, so scheint uns, dafsman keine Unterscheidung aufstellen kann je nach dem Ortder Prägung derjenigen Münzen, die für den gemeinsamenGebrauch hergestellt worden sind. Nichtsdestoweniger warenunsere Delegirten ermächtigt zu erklären, dafs Belgien sichverpflichten könnte, bei Ablauf des Vertrages der Rückkehrder in anderen Unionsländern umlaufenden belgischen Stückekein Hindernifs entgegenzusetzen. Die belgische Regierungist bereit, nach dieser Richtung hin, alle nöthigen Garantienzu geben und namentlich sich zu verpflichten, ihre Fünf-frankenstücke nicht aufser Ours zu setzen sowie auch keineMafsregel zu ergreifen, welche deren natürliche Rückströmungin imser Land verhindern könnte. So würde sich Belgien bescheiden, im Gegensatz zu dem, was ihm billig erscheint,die für es so mifslichen Resultate der Liquidation der Silber-münzen allein auf sich zu nehmen. Nur wäre ein solchesVerfahren weniger drückend für uns als das beantragte.Diese Vorschläge sind zu unsenn Bedauern nicht angenommenworden, und ein Antrag Belgiens , die Dauer des Bundes ein-fach auf ein Jahr weiter zu verlängern, wurde abgelehnt. Ichlasse noch immer nicht alle Hoffnung auf eine Verständigungfahren."
Nach dieser Einleitung nahm Herr Pirmez, ehemaligerStaatsminister und seit Anbeginn Vertreter Belgiens auf denMünzconferenzen, das Wort, um über die im Juli und Augustzu Paris gepflogenen Verhandlungen der Conferenz und denvon ihm vertretenen Standpunkt Bericht zu erstatten.
In dem Folgenden sollen alle in der vorausgegangenenDarstellung ins Licht gesetzten Vorgänge und Erwägungen,die natürlich auch in diesem Bericht einen bedeutenden Platzeinnehmen, nicht wiederholt, sondern nur einige besondersbezeichnende und gewichtige Ausführungen annähernd in derForm, wie sie der Redner entwickelt hat, wiedergegeben