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Wer hat ihr diese Münzen geliefert? Natürlich Frankreich ,welches ihr Nachbar ist. Aber diese Ausfuhr aus der Ost-grenze hat auch wieder eine Leere zur Folge gehabt, diewieder ausgefüllt werden mufste. Nun ist die Münzanstaltvon Brüssel die nächste am grofsen Edefmetallniarkte vonLondon . Hieher also haben die Speculanten vorzugsweiseihre Barren geschafft, und so haben Thaler belgischen Ge-präges für den Umlauf in der Schweiz und Frankreich gesorgt.Wenn ich behaupte, dal's die belgischen Stücke für denschweizerischen Bedarf geprägt worden sind, so spreche ichhier nicht eine Vermuthung aus, sondern stütze mich auf aus-drückliche Erklärungen. In der Conferenz von 1878 sagteder Schweizer Delegirte, Herr Lardy, wörtlich Folgendes:„Das Schweizer System für die Herstellung der Münzen istdie Prägung von Staatswegen, aber thatsächlich haben wegender ungenügenden Veranstaltungen die Bankiers die Gewohn-heit angenommen, die Goldstücke, die sie nöthig haben, aufder Brüsseler oder Pariser Münze prägen zu lassen.""
„Damals prägte man nämlich nur Gold. Aber das Systemwar das gleiche für Sil bei', und man bemerke wohl, es handeltsich liier um Stücke, welche belgisches Gepräge tragen.Aufser bei einem ziemlich ansehnlichen Theil der 10 Millionen,welche für Rechnung der Eidgenossenschaft geprägt wurden,hat man sich auf der Brüsseler Münze niemals des schweize-rischen Stempels bedient, und also, weil der Apparat von Bern unzulänglich ist, hätten wir den Abschliff und die Entwerthungder so direkt oder indirekt für die Schweiz hergestellten undin ihrem Umlauf verwandten Münzen zu tragen."
„In derselben Sitzung sagte Herr Feer-Herzog : „wennBelgien besser in der Lage und besser ausgerüstet ist, umvortheilhafter und wohlfeiler die Münzen herzustellen, so ent-spricht es einer gesunden Oekonomie, die Schweizer Stückein Brüssel prägen zu lassen.""
„Zu welchem eigenthümlichen Anspruch käme nun dieSchweiz gegen uns! Am Ende der Union wären wir ver-pflichtet, unsere bei ihr circulirenden Fünffrankenstücke zurück-
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