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ergreifen lasse. Der Bund habe offenbar seine Vortheile, aberauch seine Mifsstände. Manche einsichtsvollen Beurtheilerseien überhaupt solchen Verträgen abgeneigt und überzeugt,dafs ein Land seine Unabhängigkeit in Münzsachen nichtpreisgeben dürfe. Angesichts dessen, was heute vorgeht, fühleer sich stark versucht, dieser Anschauung beizupflichten.Wenn Belgien unter der Herrschaft seines eigenen Gesetzesgeblieben wäre und ohne Convention nur dieselben Münzenwie Frankreich, Italien und die Schweiz geprägt hätte, sowäre es gewifs keinem dieser anderen Staaten beigekommen,nun von Belgien den Austausch derselben gegen Gold zu ver-langen, blos weil sie sich ihrer bisher bedient hätten. Keineder jetzt erörterten Fragen würde auftauchen, wenn das Systemder Union nicht auf einem Irrthum ruhte: der Doppelwährung!Die Doppelwährung allein ist Schuld an allen Schwierigkeiten,die uns seit so vielen Jahren gequält.
„Mit einer einfachen Währung wären wir alle die Miseren,all die Schäden los, die für den Staat und die Einzelnen zumgröfseren Vortheil für die Edelmetallhändler entstehen. Ichwill von aller Theorie absehen und nur auf Thatsachen hin-weisen. Eichten Sie Ihren Blick auf England , es hat nureine einzige Währung, und niemals unter keinen Umständenseit der so langen Zeit, die seit der Annahme dieses Systemsverstrichen ist, hat es sich Sorgen darüber gemacht, dafs dasGold häufiger oder seltener geworden wäre. Niemals ist ihmeine der Mifslichkeiten zugestofsen, die wir durchgemachthaben. Das deutsche Reich hat vor mehreren Jahren dieausschliefsliche Goldwährung angenommen. Es befindet sichgut dabei und scheint nicht geneigt, sie aufzugeben. Dieskandinavischen Staaten haben ebenfalls die Goldwährungangenommen und wünschen sich jeden Tag mehr Glück zudem auf dieser Basis vereinbarten Münzbunde. Wir habendas Unglück, die Doppelwährung zu besitzen und wir müssen
jetzt die Folgen davon tragen.....Aber wie dem sei, wir
sind gewissermafsen gezwungen gewesen, in der Union zubleiben mit einem System, das wir miJ'sbilligen, und jetzt
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