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seiner auf Sicht zahlbaren Tratten. Da wird man ihm ebenden Betrag zahlen, indem man ihm die Thaler wiedergiebt,die man uns geschickt hatte, und damit ist die Operation ab-gewickelt. (Heiterkeit.) Ich weifs nicht, welchen Nachtheildas für uns mit sich führen könnte .... Ich will nicht be-haupten, dafs gar keine Mifsstände in Folge des Bruches zubefürchten seien, man mufs solche auf sich nehmen, sie werdennur vorübergehend sein. Während einer gewissen Zeit könnendie Wechselcurse Schwankungen durchmachen. Dies wirdsogar nicht ohne gewisse andere ausgleichende Yortheile füruns sein; aber ich erkenne an, dafs man einige Verwirrungenin die Geschäfte bringen kann, besonders wenn man böswilligverfährt und mit der Absicht, eine Art Rache an Belgien aus-zuüben, weil es nicht diese unmögliche Clausel angenommenhat, die ihm eine Verpflichtung zumuthet, welche es niemalsübernommen hat, und welche es nicht anzuerkennen vermag."
Auf Frere-Orban, den ehemaligen liberalen Vorsitzendendes Cabinets, folgte Malou, der nach dem Sieg der katholi-schen Partei das erste Ministerium gebildet hatte und zugleicheine weltbekannte wissenschaftliche Autorität in Münzsachenist. Aus seiner den Schlufs der Verhandlungen bildendenkurzen Rede seien nur folgende hervorstechende Stellen wieder-gegeben: „Ich will diese Debatten nicht verlängern; ich legenur Werth darauf, zu erklären, dafs nach meiner Ansicht dieRegierung vollständig und muthig ihre Pflicht erfüllt hat.Ich weifs nicht, ob es Andern passend erscheinen kann in derForm einer Liquidationsclausel, ein in gewissermafsen be-fehlerischen Ausdrücken bei Beginn einer Verhandlung vor-gelegtes Ultimatum anzunehmen. Aber ich beglückwünschedie belgische Regierung, dafs sie es nicht gethan hat, ebensowie dafür, dafs sie eine momentane Schwierigkeit auf sichgenommen hat, um nicht die Zukunft mit einer Clausel zubelasten, deren Tragweite Niemand heute ermessen kann,selbst Die nicht, welche sie heute Belgien auferlegen wollen.. . . . Ich schliefse aus Allem, was ich hier entwickelt habe,