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Ulrich von Hutten
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es mich nicht länger, dort drnnten. Kaum des Nachtskam ich vom Pferd. Vor einer Stunde kam ich hieran. Ich frug nach Dir und hörte von des Kaisers Fest.Die Ungeduld trieb mich hierher. Da bin ich.

(bewegt:) Alter Kamerad! Las; Dich umarmen, DuDeutschester aller Deutschen ! Wir wollen zusammen-halten für ewig!--Ich war blind dort unten in

dem gepriesenen Sonnenlande, ich bin wieder sehend.

Ich war trunken--! Ha! Die leuchtenden Fluren,

die weichen Lüfte, und die Weiber----! (traurig:)

Wie Gott den Mann geschaffen und ihm seinen Geistgegeben, da hängte er ihm das Weib an die Füße,daß ihn sein Geist nicht zum Schöpsungsthron hinauf-trage.

Jetzt ist mir wieder frei und klar im Kopse. Ichfühle mich stark genug, eine Welt umzustülpen wiemeinen Handschuh.

Freund, hast Tu ins Volk gesehen? Alles flammtin Begeisterung. Wir leben in einer großen Zeit. Wirvollbringen, was Jahrhunderte vor uns nicht vermocht.Wie ein Sturm segt das deutsche Volk die Fürsten -und Pfaffenbrut hinweg bis auf die letzte Erinnerung.Und wenn sie wagen, uns zu widerstehen, dann werdenSchädel bald billiger sein als Kegelkugeln. Heute lachensie noch über unsere Ohnmacht, morgen sollen sie vordem freien, einigen Deutschland zittern, daß ihre Zähnedas Tanzen in Ewigkeit nicht verlernen.

Sickingrn (lachend:) Mensch, Du hast Feuer gesoffeu! Nur kalt Blut! Fürsten und Pfaffen zumTeufel! Aber bleibe mir mit Deinem Volk vom Hals!Lumpenpack!

Hilttcn (zornig:) Sickingen!

Sickingtn: Die Schwärmereien verlernen sich. Dienüchterne Wirklichkeit kommt über sie wie kaltes Wasser.

Hnttnn Schwärmereien! Ihr werdet sie nochkennen lernen, meine Schwärmereien, wenn sie Thatgeworden.

Sickingen iwird aufmerksam:) Was hast Du vor?