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Hntten: Ich versäume.das Schauspiel nicht, (reichtSickingen die Hand.)
UalllUl (mit Sickingen nach dem Festsaale schreitend, halb-laut:) Wer ist der Bursche?
Sickingen: Ulrich von Hütten , mein Freund.
Naisail (starr:) Ulrich von--(mit Sickingen in
den Festsnal nb)
Hütten (erregt auf- und abgehend, hohnlachende Die
NeichSritterschaft!--— Ist denn in der ganzen
weiten Welt niemand, der mich versteht? — Wie hohl-äugig dunkel gähnt die traurige Leere. Ich will dicherhellen mit Blitzen, du düsteres Chaos, daß es allemlichtscheuen Gesindel in den Augen krampst! Ich willsie ausscheuchen, die Nachteuleu und Fledermäuse. Essoll Tag werden in Herrlichkeit. — — Es ist keinWahn! In der toten Larve regt es sich wie Wieder-geburt und Auserstehung. Die Zeit krümmt sich inden Wehen. — — (ahnnngsvoil schauernd!) Eine Tot-geburt?! —
(Margarethe von Bergen geht mit zwei anderen Dann» lachendnnd sich sächernd von links nach rechts über die Bühne.)
1. Dame: Prinz Ferdinand?
2. Lame: Mit den Augen wie Sammt?Margarethe lacht:) Er ist ein guter armer Kerl!
(Sie bemerkt Hntten und saßt ihn, wahrend sie an ihm vorbei-geht, scharf ins Ange. Hntten erkennt sie. Die drei Damen ab.)
Hntttll (mit unterdrückter Überraschung:) Gretchen?!
— Seh' ich recht?!----Da kommt sie wieder-
(Margarethe kommt allein zurück; Hütten beobachtet sie scharf.)
Margarethe (geht hart an ihm vorbei und betrachtet ihngenau:) Ulrich!
Hüllen: Gretchen! (Sie umarmen und küssen sich.)
Margarethe: Ulrich! Ulrich! — Du bist wiederhier! — Komm, ein verstecktes Plätzchen, wo niemanduns sieht! — Du mußt mir erzählen! — viel er-zählen!
(Sie zieht ihn in die Fensternische im Vordergrunde links aufden Divan, fetzt sich leicht auf seinen Schoosz, faltet die Hände