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Hatten: Ein Sohn?! — Mein Kind?!Margarethe: Dein Kind! — Ulrich — vonBergen!
(Hütten steht in mächtigem inneren Kampfe unschlüssig, Marga-rethe sicgeSgewiß llvr ihm,)
Margarethe (»ach einer Pause; stürmisch-) Ulrich, ichkann Dich nicht lassen, und ich lasse Dich nicht (umarmtihn heftig; glühend sinnlich flüsternd:) Bleibe bei mir undgewähre mir, was nur Du mir gewähren kannst!
Hatte» (wendet sich ab; krenzt die Hände über der Brustnnd sieht mit schmerzlichem Ausdrucke zu Boden: seufzend:)O Gott!
Margarethe (sich an ihn drängend, dämonisch:) Die
Löwin hat Blut geleckt!
Hatten (stößt sie von sich lind schaut sie mit Verachtung an,)Margarethe (zuerst betroffen; sie betrachtet Hütten, flehend:)O halte mich nicht für —! Ulrich, halte mich nichtfür eine Dirne! — Ich bin's nicht! Vor Dirallein kennt mein Innerstes keine Schranke, Ich weißnicht, wo mein Ich anfhört und das Deine anfängt.Machtlos bin ich Dein eigen! — (aufwallend:) Abermach' mich nicht zur, Dirne! Ich kann's werden! DieVersnchnng ist groß! Prinz Ferdinand gäbe sein Lebendrum —
Hütten: Prinz Ferdinand?!—Weib—! Woherweißt Dn das?
Margarethe: Woher?--ha! Ich kenne —
Ich kenne Euch alle! — Und ich weiß, wie schön ichbin, Ulrich; ich kenne den Reiz--
Hntten: Prinz Ferdinand?! — Will er Dich ver-sühren?--Hat er Dich schon —?! —
Margarethe: Nein! Nein! Nein! — Bei allem,was mir heilig: Nein! — Das darfst Du nichtglauben! (weinen auf den Knieen:) Ulrich! Ulrich! Er-barme Dich! Wirf mich nicht weg! — Ulrich —!
Hütten (wendet sich ab. Lange Pause.)
Margarethe (hat sich erheben, Ihr Gesicht ist wild ver-zerr,; drohend:) Mach mich nicht zur Dirne! Die Dirne