Druckschrift 
Ulrich von Hutten
Seite
14
Einzelbild herunterladen
 

14

Hatten: Ein Sohn?! Mein Kind?!Margarethe: Dein Kind! Ulrich vonBergen!

(Hütten steht in mächtigem inneren Kampfe unschlüssig, Marga-rethe sicgeSgewiß llvr ihm,)

Margarethe (»ach einer Pause; stürmisch-) Ulrich, ichkann Dich nicht lassen, und ich lasse Dich nicht (umarmtihn heftig; glühend sinnlich flüsternd:) Bleibe bei mir undgewähre mir, was nur Du mir gewähren kannst!

Hatte» (wendet sich ab; krenzt die Hände über der Brustnnd sieht mit schmerzlichem Ausdrucke zu Boden: seufzend:)O Gott!

Margarethe (sich an ihn drängend, dämonisch:) Die

Löwin hat Blut geleckt!

Hatten (stößt sie von sich lind schaut sie mit Verachtung an,)Margarethe (zuerst betroffen; sie betrachtet Hütten, flehend:)O halte mich nicht für! Ulrich, halte mich nichtfür eine Dirne! Ich bin's nicht! Vor Dirallein kennt mein Innerstes keine Schranke, Ich weißnicht, wo mein Ich anfhört und das Deine anfängt.Machtlos bin ich Dein eigen! (aufwallend:) Abermach' mich nicht zur, Dirne! Ich kann's werden! DieVersnchnng ist groß! Prinz Ferdinand gäbe sein Lebendrum

Hütten: Prinz Ferdinand?!Weib! Woherweißt Dn das?

Margarethe: Woher?--ha! Ich kenne

Ich kenne Euch alle! Und ich weiß, wie schön ichbin, Ulrich; ich kenne den Reiz--

Hntten: Prinz Ferdinand?! Will er Dich ver-sühren?--Hat er Dich schon?!

Margarethe: Nein! Nein! Nein! Bei allem,was mir heilig: Nein! Das darfst Du nichtglauben! (weinen auf den Knieen:) Ulrich! Ulrich! Er-barme Dich! Wirf mich nicht weg! Ulrich!

Hütten (wendet sich ab. Lange Pause.)

Margarethe (hat sich erheben, Ihr Gesicht ist wild ver-zerr,; drohend:) Mach mich nicht zur Dirne! Die Dirne