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Ulrich von Hutten
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gebettelt, daß wir mit ihm über Trier herfallen. Wirsollten alle freie Bauern sein, unser Land als Eigen-tum besitzen, sollten keine Frohnden mehr leisten, keinenZehnten zahlen, im Krieg wollten sie unsre .Hüttenund Felder vor Plünderung schützen sie habenein großes Maul, die Ritter! Aber wie habensie ihr Versprechen gehalten? Wir sind noch Knechtewie vorher, müssen Kricgssteuer zahlen, unser Land istverheert, unsre Hütten verbrannt

3. Lauer: Das ist halt der Krieg!

5, Lauer: Das habt Ihr leicht sagen! Um EnerLand geht's nit. Das liegt gut und sicher im Sik-kingischen; und Ihr sengt und brennt mit den andern.Aber wartet uur noch bis morgen, dann seht, wo ihrEuer Brot findet!

3. Lauer: Die Herren sorgen sür uns, drauf könnenwir uns verlassen,

K Lauer: Und wenn die Herren selber nichts zubeißen haben? Nein, lieber Mann, der Bauer mußsich selber helfen! Die Ritter?! Keinen Streichmehr thu' ich für die!

Lauer»: Wir auch nit!

3. Lauer: Schämt Euch! Jetzt wo Euch dieFreiheit was kosten soll!

I. Lauer: Freiheil?! Freiheit?! Die Frei-heit holen wir uns selber, wir brauchen keinen Sickin g enund keinen Hütten dazu. Sind die Ritter besser wiedie Fürsten? Hat Euch der Sickingen frei gemacht? Seine Knechte feid Ihr so gut wie wir die desErzbischofs, Euer Sickingen mag ja ein guter Herrsein, aber es gibt cmdere Ritter, die sind schlimmereBluthunde wie alle Fürsten , Drüben im Schwaben-land der Helseujtein und der Waldburg , Dortrührt sich kein Bauer für sie, wenn er kein feiger Schuftist. Fort mit all' dem Pack! So laug es noch Rittergibt, ist der Bauer Knecht: und ein Lump ist, wer dieRitter zu Herren macht.

Lauern: Ja, ein Lump!