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Ulrich von Hutten
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Sickingen: Einer mehr, auf den wir nicht mehrzählen können. Von ganz Nord deutsch land habenwir nichts mehr zu hoffen. Es bleiben uns noch dieFranken, Schwaben und Elsässer,

(Bei den Soldaten im Hintergrunde ist eS unruhig geworden.)

Hütten I Dort stecken sie die Köpfe zusammen. NeueBotschaft! Sickingen, keine Stunde mehr vergeht,und wir erfahren unsern Sieg. Ich will sehen,was ist.

Friede! (ist nach vorn gekommen:) Herr, die Bauernziehen ab.

Sickingen (oestürzn) Die Bauern?

Hütten (gleichzeitig, zu Tod erblassend:) Die Bauern?! (wild:) Du lügst!

Unedel! Gvtt sei mir vor solchem Scherz! Sieschrieen nach Brot und ihren zerstörten Hütten.Auch bei den Landsknechten gährt'S. Sie verlangenihren Sold.

Hütten: Die Bauern verlassen uns!

Friede!: Sie sind abgezogen.

Hütten: Bring mir ein Pferd! Ich muß ihnennach! Sie halten!

Sickingen (gleichzeitig:) Die Landsknechte verlangenihren Sold? Kein Geld mehr! Für's Handgeldging fast alles drauf! Vertröste sie, schicke mir dieHauptleute! Die lassen mit sich reden.

Hnttrn (will fort:) Ein Pferd! Ein Pferd!

Sickingen (hält ihn:) Wohin willst Du, Hütten?

Hütten: Die Bauern dürfen uns nicht verlassen.Daran hängt alles Wir stehen allein! Das Volkhat keinen Teil am Werk. Alles ist umsonst! Schasstmir ein Pferd!

Friede!: Sie haben sich zerstreut nach allen Rich-tungen. Es ist zu spät.

Hütten: Zu spät! (faßt sich. Sein Blick fällt aufTrier . Lange blickt er in sich versunken auf die Stadt:) Da

F. Erick Helf, Ulrich von Hütte». 6