Druckschrift 
Ulrich von Hutten
Seite
80
Einzelbild herunterladen
 

80

anfinge», Wirklichkeit zu werden. Du wolltest das nieeinsehen. Begreifst Du's jetzt,

Hlltlrn: Glaubst Du, daß unser Plan verratenwurde?

Sickiiigen: Alles sieht danach aus. Aber es warkein Verräter unter uns.

Hntttll ttacht gezwungen-, Plötzlich abbrechend:) SickingM,Du lästerst! Das Volk ist heilig! Ich bin nicht be-trogen. Es ist aufgestanden und hat seine Kettenzerbissen. Wie ein reisender Strom schwemmt es dieTrümmer vergangener Zeiten hinweg. Der Sieg istunser, ehe wir's wissen. Widersprich mir nicht! Mirverkündet's eine Stimme, die nicht trügt, die Stimme,welche mich berufen und meinen Plänen Erfüllung ver-heißen. Sollen wir kleinmütig werden, weil säumigeBoten uns den Sieg noch nicht gemeldet?! Undwenn wir verraten wären, nimm an: wir sind verraten;das ist Fügung des Geschickes: Unser Recht, nichtunsre List soll siegen.

(Ein Bote tritt auf.)

Sickingtli: Ein Bote! Der Schweiß läuft ihmvon der Stirn. Bringst Du gute Nachricht?Lote: Schlimme!Sickingcn: Sprich!

Lote: Herr von Minkwitz schickt mich. Ich sollEuch melden, das Heer der brauufchweiger Ritter-schaf t ist geschlagen und aufgelöst. Mein Herr selberist gefangen.

Sickiiilirn: Wo war die Schlacht? Wer ist der 'Sieger?

Lote: Wir waren schon heraufgezogen bis in'sHessische. Da in der Nacht wurden wir ahnungslosüberfallen. Drei Viertel des Heeres sind todt. Eswar der Landgras von Hessen selber, der unsgeschlagen.