- 95 —
tlasslttl: Mit Verlaub, Herr Legat, was scheertEuch der Sickingen? — Wir sind Euch keine Rechen-schaft schuldig,
Älcander: Wie man's nimmt, Herr geheimer Rat!Sickiugeu gehört zu den großen Kategorie der Ketzer.Er hat Luthern angeboten, bei ihm auf der Ebern-burg zu wohnen und schützt in allem den Unglauben,Und aus die Ketzer, Hoheit, haben wir verbriefteRechte, — — Es mag ja immerhin sein — —(überrumpelnd:) Die kaiserliche Majestät gibt wohl viel aufden Sickingen? —
Ferdinand (herausfahrend:) Gewiß! — Und ich werdemit all' meiner Autorität eintreten, ihn aus seiner miß-lichen Lage zu befreien.
Uassniu Das heißt, wir werden für die Aufrecht-erhaltung des Landfriedens die nötigen Schritte thun.
Oleander: So? — Die kaiserliche Majestät hältviel aus Sickingen? — (rasch:) Woher glauben Hoheitdas zu wissen?
Ferdinand - Er machte ihn zum kaiserlichen Rat imReich, zum kaiserlichen Kämmerer —
Uassan (unterbrechend:) Er stand in Gunst, HerrLegat; das heißt vor Jahren.
Oleander: Ich verstehe! — (er geht auf nud ab:Nassau macht Ferdinand leise Vorwürfe:) Haben Hoheit V0Nder kaiserlichen Majestät bestimmten Austrag betreffsSickingen?
Ferdinand: Bestimmten —
Nassau (rasch:) Was untersteht Ihr Euch, die könig-liche Hoheit zu examinieren? — Habt Ihr vielleichtdazu einen Auftrag?
Äleander (Nassau nicht beachtend:) Habt Ihr einen
solchen?
Nassau: Nein, er hat keinen!
Ferdinand: Ich habe keinen.
Äleandrr: Gut! Dann kann Euch die kaiserlicheMajestät auch keinen Vorwurf machen, wenn Ihr ihnaufgebt.