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Hlltttll (entzieht ihm seine Hand und betrachtet ihn forschend:)Ich bin in Deiner Hand, Michel, Ich träne Dir! (zieht
langsam die Kapuze zurück.)
Prior (betrachtet ihu starr: schreiend wie vor Entsetzen:)Hütten!
(V'rispinno fährt uifainmcn: dann will er mit geballter Faustauf Hütten los, besinnt sich aber sofort und bleibt stehen.)
Prior: Ohne Schutz, allein irrst Du im Land um-her? — Gott ! Was mußt Du gelitten haben!
Hütten: Gib mir Schutz! Nur ein paar Tage —zum Ruhen! — (lodesmatt:) Ich bin müde!
Prior iwehmütig: halb sür sich-) Und das ist der Mann,der stolze, jugendliche —
Hlltttll: Bedanre mich! Ich bin bejammernswert! —(crgreiit seine Hand:) Wann sahen wir uns zum letztenMale? — In Worms , beim Reichstag; Du warst im
Gefolge des Bischofs von Straßburg. --Wie
hat sich alles geändert! -— Dn kennst mein Schicksal.Ich branche es nicht zu erzählen. — — Wenn Du
mir, dem Gezeichneten, Obdach gewährst--ich kann
es Dir nicht vergelten — und es bringt Dir Gefahr.Wird es rnchbar, dann ziehe ich Dich mit mir hinab— — wie alle!
Prior: Bleib', so lange Du willst! Hier bist Dusicher. In einem Kloster sucht mau den Hnttennicht.
Hntten: Lang weile ich nicht! — Unstät undflüchtig! — Nur ein paar Tage Rast! Dann wiederhinaus — ohne Ziel und Ende! — Sieh, Michel, ichdenke oft, wozu weiter leben? Der Tod wird micherlösen. — Aber ich kann die That nicht vollbringen.Ein Unbestimmtes in mir zwingt mich, weiter zn lebenund weiter zu leiden, voll zu büßen für alles!
Prior: Frennd! — verzeih' mir — (stockt! Hüttensieht ihu forschend an:) — Hast Du Dich in nichts ge-ändert — in Deinem Glauben —?