auf russischen Boden. Wäre der Rubelkurs ein fester gewesen,wäre er nicht durch die Thatsache des grossen Getreide-Exportesinnerhalb eines halben Jahres um 24 "/„ gehoben worden, dannhätten die steigenden Weltmarktspreise steigende Preise in Russ-land zur notwendigen Folge haben müssen. So aber wurde diePreissteigerung auf dem Weltmarkte durch die gleichzeitigeSteigerung des Rubelkurses so stark überholt, dass nicht nur dierussischen Preise nicht stiegen, sondern dass sie sogar um ca. 8 °/ 0zurückgingen. Die um 14% gestiegenen Goldpreise bedeutetenbei dem um 24 % gestiegenen Rubelkurs sinkende russische Preise.
Der russische Bauer wurde also durch die schwankendeValuta um eine Steigerung der Getreidepreise betrogen, und fürden Exporteur wurden die Gewinnaussichten gerade bei dieserunerhört günstigen Konjunktur verschlechtert.
Und diese Verschlechterung war kein Zufall, sondern eineinnere Notwendigkeit von allgemeiner Bedeutung: starke russischeExporte müssen — von der Durchkreuzung durch ausserordent-liche Zwischenfälle abgesehen — den Rubelkurs heben und damitden l; abelpreis des Getreides im Verhältnis zum Weltmarktspreisdrücken und dem russischen Exporteur, gerade wenn er in derLage ist, stark zu exportieren, die Konkurrenz in einer Weiseerschweren, die bei einer festen Valuta ausgeschlossen wäre.
So fand hier die russische Ausfuhr an ihrer eigenen Wirkungauf den Rubelkurs eine gewisse Schranke: es gelangte in derThat nicht alles verfügbare Getreide zur Ausfuhr, sondern Buss-land behielt erhebliche Lagerbestände zurück.
Diese Erfahrungen bestätigen sich in den folgenden zweiJahren aufs neue.
Zwar hatte Russland im Jahre 1889 sowohl an Weizen alsan Roggen einen beträchtlichen Ernteausfall, und diese Thatsachemag schuld daran sein, dass der Rubelkurs, welcher im 1. Quartal1889 eine Höhe von durchschnittlich 217 erreicht hatte, im3. Quartal auf 210 zurückging. Aber auch Deutschland hatteeine schlechte Ernte, noch ungünstiger als im Vorjahr, undausserdem hatte Russland von der guten Ernte des Vorjahreserhebliche Vorräte zurückbehalten.
Die Folge war, dass die russische Ausfuhr abermals einenbeträchtlichen Umfang aufwies, wenn sie auch die des vorher-gegangenen Jahres nicht erreichte.