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Studien über Geld- und Bankwesen / von Karl Helfferich
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von Reichsbanknoten ins Auge fassen, dass in den letzten Jahrendie Sicherheit des Notenumlaufs selbst in den abnormen Fällender Kontingentsübersehreitung eine bessere war, als früher imJahresdurchschnitt.

3. Die Gefahr, welche seitens der ungedeckten Banknoten

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für den Geldumlauf erwachsen kann, beruht schliesslich auchauf dem Verhältnis des Betrags der ungedeckten Banknoten zudem gesamten metallischen Gehlumlauf und namentlich zu demvollwertigen Metallgeld.

Eine detaillierte Berechnung des deutschen Geldumlaufs vorder Münzreform, beruhend auf den Beträgen der im Verlauf derMünzreform eingezogenen Landesmünzen in Verbindung mit derAnnahme, dass im Jahre 1894 der noch vorhandene Thalervorratetwa 400 Mill. M. betrug, ergiebt für die Zeit unmittelbar vorder Münzreform einen Metallgeldumlauf von ca. 1635 Mill. M.Rechnet man gegen 350 Mill. M. an Barren und fremden Sortenin den Banken und ausländischen Gold- und Silbermünzenim Umlauf dazu, so erhält man einen Metallbestand von ca.1985 Mill. M. Heute (Ende 1S96) haben wir einen Umlauf vonReichsgohlmünzen allein im Betrag von ca. 2500 Mill. M. 1 ) Dazukommen ca. 950 Mill. M. in Thalern , Reichssilbermünzen, Nickel-münzen und Kupfermünzen, ferner ca. 370 Mill. M. 2 ) für Barrenund fremde Goldmünzen in der Reichsbank. Der gegenwärtigedeutsche Metallgeldvorrat beträgt demnach aller Wahrscheinlich-keit nach etwa 3800 Mill. M. gegen 1985 Mill. M. vor der Münz-reform. Er hat sich also nahezu verdoppelt. Ein bestimmterBetrag ungedeckter Noten macht also im Verhältnis zum ganzenMetallgeldvorrat des Landes heute nur halb so viel aus wie da-mals. Auch wenn man von unserem ganzen heutigen Münzumlaufund Metallvorrat nur das Gold in Betracht zieht, so stehen jetztetwa 2900 Mill. M. allein einem Gesamtgeldvorrat von ca.1985 Mill. M. vor der Münzreform gegenüber.

4. Nicht nur der Barvorrat der Reichsbank und der gesamteMetallgeldumlauf Deutschlands haben seit der Begründung der

') Die Prägung von Reichsgoldmünzen hat zu Anfang des Jahres 1896den Betrag von 3 Milliarden M. überschritten. Als Abgang durch Verlustund Einschmelzung sind 500 Mill. M. angenommen.

-) Siehe Verwaltungsbericht von 189G.