entschlossenen Vorgehen auf dem richtigen Wege bestimmt zuhaben, gebührt Rudolf von Delbrück und seinem treuen undsachkundigen Mitarbeiter Otto Michaelis. Delbrück hatte injener Zeit als Präsident des Reichskanzleramtes die volle Leitungder wirtschaftlichen Dinge in seinen Händen. Das Vertrauen,welches Bismarck in ihn setzte, war schrankenlos, und wenn auchdie Urteile über seine Handelspolitik geteilt sein mögen, seineVerdienste um die Ordnung des Geld- und Bankwesens sindunbestreitbar. Selbst Bimetallisten geben zu, dass damals derUbergang Deutschlands zur Goldwährung eine historische Not-wendigkeit war, und für einen leitenden Staatsmann giebt eskaum ein grösseres Lob, als dass er das Notwendige rechtzeitigerkannt und mit Energie und Geschick durchgeführt hat.Delbrücks Aufgabe war keine leichte. Er hatte namentlich indem preussischen Finanzminister Camphausen, mit dem seinName herkömmlicher Weise oft in einem Atem genannt wird,und mit dorn er persönlich eng befreundet war, in vielen Punkteneinen zähen und eigensinnigen Widersacher, dessen fiskalischeund preussisch-partikularistische Neigungen für die sachgemässeOrdnung des deutschen Geldwesens ein starkes Hindernis waren.Gestützt auf den in diesen Dingen von Bamberger geleitetenReichstag ist es Delbrück gelungen, innerhalb der Reichsregierungin allen wichtigen Punkten dem Reiehsgedanken und der ge-sunden Vernunft Geltung zu verschaffen. Bei der Durchführungder Münzreform hat allerdings der Camphausen'sche Einlluss dieWirkung gehabt, die rechtzeitige Abstossung des Silbers zu ver-zögern und dadurch eine Zeit lang das gesamte Reformwerk zugefährden.
Die neue deutsche Geldverfassung hat seit ihrer Begründung,vermöge der Schwerkraft ihrer eigenen Vortrefflichkeit, alle Ge-fahren überdauert, und nachdem im Jahre 1879 ihre formelleund planmässige Durchführung durch die vorzeitige Einstellungder deutschen Silberverkäufe unterbrochen worden ist, hat siesich durch eine glänzende Entwickelung aus sich selbst herausthatsächlich vollendet. Damals glaubte man allgemein, der durchdie Suspension der Silberverkäufe geschaffene Zustand sei unhaltbar.Aber Fürst Bismarck , auf dessen unmittelbares Eingreifen dieUnterbrechung des Reformwerkes zurückzuführen ist, that keinenweiteren Schritt. Nach einigen schlimmen Jahren, in welchen
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