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sitzen wir wenigstens eine, freilich nicht sehr ergiebige und durch die kritischenBemerkungen des Verfassers beeinträchtigte Zusammenstellung einiger auf unserProblem bezüglichen Quellenstellen, in der Schrift von R. Poehlraann, Helle-nische Anschauungen über den Zusammenhang von Natur und Geschichte, 1879.
Für die neuere Zeit fehlt selbst diese.
Was F. Ratzel im Ersten Abschnitt seiner „Anthropogeograpliie“ (1. Aufl.,1882) beibringt, sind nicht immer fehlerfreie Skizzierungen vereinzelter Lehren,deren Auswahl durch das einseitig geographische Interesse des Verfassers be-stimmt ist. Die Berner Dissertation von E. D u t o i t, Die Theorie des Milieus,1899, ist eine ganz anerkennenswerte Anfängerleistung, aber doch sehr lücken-haft und dadurch verfehlt, daß die Verfasserin ihre Darstellung auf H. Tainezugeschnitten hat, der in gewissem Sinne zu den Überwindern der orthodoxenMilieu-Theorie gehört.
218 ) Franc. Negri, Viaggio settentrionale, 1663. A cura di EnricoF a 1 q u i, 1929, 137, 153 u. ö.
21B ) CarlRitter, Die Erdkunde im Verhältnis zur Natur und zur Geschichtedes Menschen oder eine allgemeine vergleichende Geographie, 2 Bde., 1817 (miteinem wunderschönen Vorwort).
2 20 ) Wilh. Wundt, Elemente der Völkerpsychologie, 1912, 23 3., 51 u. ö.
22 1) H e 1 v ö t i u s hat „unwidersprechlich bewiesen, daß es eigentlich gar keinGenie (angeborene Naturart) gebe, sondern daß wir alle als gleiche Plattköpfeauf der Welt erschienen. Alles komme darauf an, wie wir dressiert werden undwelchen Fraß wir, Genie zu werden, erwischen.“ Herder, Vom Erkennenund Empfinden der menschlichen Seele, 1778, 2. Versuch., III.
222 ) Siehe die ausführliche Darstellung und Kritik in m e i n e m Buche: „Prole-tarischer Sozialismus (Marxismus )“, 2 Bde., 1924, Band I, Kapitel 13.
223) H. Taine , Histoire de la litteralure anglaise. Introduction.
224) Gründliche Untersuchungen über die BeschaBenheit des Großstadtklimashat neuerdings angestellt A. Kratzer, Das Klima der Städte. GeographischeZeitschrift, 41.Jahrgang, Heft 9. Das Problem des Klimas und seinerBedeutung für den Menschen im allgemeinen behandeln: W. Borchardt,Medizinische Klimatologie zusammen mit K. Wegener und W. Koppen ,Klima und Kultur bilden Teil E des ersten Bandes des Handbuchs der Klima-tologie u. d. T. „Einfluß des Klimas auf den Menschen“. 1930. Mit über 10()bibliographischen Anlagen; ferner: W. Koppen , Grundriß der Klimakunde.2. Aufl. 1931; sowie das öfters herangezogene Buch von Willy Hellpach ,Geo-Psyche. 4. Aufl. 1936. Vgl. auch die in Anm. 228 genannte Schrift.
225) Alexander von Humboldt , Reise in die Aequinoktialgegenden(1799/1800); Deutsch , 1861, Seite 198. Siehe das 9. Kapitel des 2. Bandes daselbst.Vgl. auch Kosmos 1, 490 und die Relations historiques Tome I. p. 498—503 undTome II., p. 572—574.
226 ) Fr. Nietzsche , Wille zur Macht; Groß-Oktavausgabe 15, 342.
227) Um die Widerlegung der Milieu-Theorie „vom Leben aus“ haben sich ver-dient gemacht vom erkenntnistheoretischen Standpunkt William Stern undMax Scheler ; unter naturwissenschaftlichem Gesichtspunkte: Karl Ernst