Erster Abschnitt
Das Werden der Menschheit
Neunzehntes Kapitel: Der Ursprung des Menschengeschlechts
I
Die Frage nach dem Ursprung des Menschengeschlechts, an der auch■eine wissenschaftliche Anthropologie nicht vorübergehen kann, bildet einenTeil der Frage nach dem Werden der Welt. Was uns angesichts diesesungheueren und ungeheuerlichen Problems im Rahmen unserer Betrach-tungen zu tun obliegen kann, ist — wie wir es schon so oft in diesem Buche■erlebt haben — nichts anderes, als dieses: das Problem richtig, das heißt„kritisch“ zu stellen, um zu sehen, von welcher Seite her wir einen Zugangzu ihm gewinnen können.
Die erdrückende Last der Aufgabe werden wir uns dadurch erleichtern,■daß wir das Gesamtproblem in eine Reihe von Teilproblemen auflösen.Als solche erscheinen folgende:
1. Die Frage nach der Art des Denkens, das wir für die Erfassungunseres Gegenstandes in Anwendung bringen sollen; denn daß diese aufverschiedene Weise unserer Gedankenwelt einverleibt werden kann, ist■offensichtlich. Es handelt sich aber bei der Betrachtung der Natur (die Er-kenntnisformen der Geisteswelt kommen nicht in Betracht) um die beidenMöglichkeiten des wissenschaftlichen und — wie wir es nennen wollen —des phantastischen Denkens, deren Eigenarten sich wie folgt umschreibenlassen:
Das wissenschaftliche Denken nennen wir auch das natürlicheDenken, und wir verstehen darunter dasjenige Denken, das seit dem Auf-kommen der modernen Naturwissenschaften von diesen für ihren Betriebin Anspruch genommen wird und systematisch ausgebildet worden ist. Eshängt engstens zusammen mit dem Begriffe „Natur“, wie er seit dieser Zeitin Aufnahme kam, in der man die Natur als Inbegriff der Erscheinungen.auffaßt, sofern diese vermöge eines inneren Prinzips der Kausalität durch-gängig Zusammenhängen. „Da heißt nun die Bedingung von dem, was