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Wiudischgrätz und Zchwarzeuberg, und doppelt schwer, weil siewußten, daß die Bürger Wiens gar nicht in der Lage gewesenwaren, sich dem Widerstaude zu entziehen.
Auch die innere Stadt wollte sich unterwerfen, und die Ver-handlungen wareu so gut wie abgeschlossen, da riß die Nachrichtvom Anmarsch eines ungarischen Heeres die Menge dazu fort, denWidcrstaud zu erueueu, uud da die Ungarn geschlagen wurden,so wurde uuu Wieu am 31. Oktober ohue Mühe mit Gewaltgenommen. Es begaun das Strafgericht, nicht mir hart, sondernentstellt dnrch Willkür. Hunderte lagen lange im Kerker undviele wurden standrechtlich erschossen. Unter ihnen auch RobertBlum, der geseiertstc unter den Demagogen Deutschlands , reichau Gaben und voll lebendiger Liebe für Freiheit und Vaterland;aber seine Gaben waren doch mehr glänzend, mehr agitatorischals fruchtbringend, wie sich das auch bei dieser letzten Mission ge-zeigt hatte. Er war am 18. Oktober als Mitglied einer Depntatiounach Wieu gekommen, welche nicht von dem Franksurter Parla-ment, sondern von der Fraktion der Linken des Parlaments ab-gesandt war, hatte sich dort in den demokratischen Centralvereinaufnehmen lassen uud dnrch Redeu uud Ansrnse auf die Massengewirkt. Windischgmtz uud sein Berater, der „Armeediplomat"Schwarzenberg, uahmen keine Rücksicht darauf, daß Blum Mitglieddes Frankfurter Parlaments war, ja, es ist zn vermuten, daß dieseher ein Antrieb für sie war, ihn zu erschießen. Das sorinale Rechtzu der Exekution läßt sich uicht oder doch nicht so durchschlagendbestreiten, wie man meist glaubt. Blum hatte den Widerstandder Stadt geschürt, hatte einige Tage anch Waffen getragen: mankonnte ihn strafen wie viele andere.
Vermutlich aber sollte dies Urteil zugleich als eine Art Pro-gramm der nenen Regierung dienen, die Fürst Felix Schwarzen-berg nun bildete. Er uahm freilich auch Männer in sein Mini-sterium aus, dcreu Namen den Glauben erweckten, daß der Nenbaudes Staats nicht aufgegeben sei und nicht eine platte Reaktionbevorstehe. Anch der Reichstag durste seine Arbeiten fortsetzen,aber nicht in Wien, sondern in der mährischen Landstadt Kremsier ,wie denn die Slawen jetzt steigenden Einfluß gewannen. Am