Z98 VII- Chirurgie, Augen-, Ohren-, Zahnhcilkunde.
die zugänglichen Eiteransammlnngen möglichst rasch öffnet, ist dieChirurgie gegenüber der ausgebildeten Krankheit machtlos.
Der Milzbrand, welcher in Rußland und Österreich sehrverbreitet ist, auch in Deutschland nicht selten vorkommt, entstehtbeim Menschen meist durch die Infektion kleiner Verletzungen derHaut und erzeugt dann die bekannte?u8tula> mali^rm. Gefährdetsind Individuen, die durch ihren Beruf mit milzbrandkraukenThieren oder deren Produkten zu thuu haben. Auch die sog.Hadernkrankheit wird von manchen Seiten als primärer Lungen-milzbrand aufgefaßt, was mit der Beobachtung von Enderlen über-einstimmt, wonach die durch die Lunge eingeführten Milzbrand-sporen gefährlicher sind als die durch den Darm. Hub er sahÜbertragung durch Insekten, ebenso ist die Gefährlichkeit der Ob-duktion kranker Tiere bekannt. Wir wissen aus der Bakteriologie,daß Koch in dem Sublimat ein energisches Milzbrandgift gefundenhat, daher wird auch in der Therapie neben der Zerstörung derJnfektionsstelle darauf geseheu, antibakterielle Flüssigkeiten zu in-jizieren. So hat Waskressonski Karbolsäure innerlich gegebenund injizirt und dabei sehr schöne Erfolge erzielt.
Der Rotz, welcher vom Pferde auf den Menschen übertragenwerden kann, wurde durch die Auffindung der Rotzbacillen durchLöffler uud Weichselbaum der Erkenntnis näher gebracht. DieSterblichkeit an dieser beim Menschen seltenen Krankheit wird vonKönig auf 50 "/g angeschlagen, welcher ans die Ähnlichkeit mitsyphilitischen und tuberkulösen Geschwüren aufmerksam machte. DieMaul- uud Klauenseuche wird nach Bollinger durch den Ge-nuß der ungekochten Milch kranker Tiere oder durch Infektion anEuterwunden hervorgerufen und ist wie der Rotz eine seltene Krank-heit. — Häufiger wird die Hundswut (Lyssa) beobachtet, der wirschou früher bei der Schilderung der Thätigkeit Pasteurs ein-gehend nachgegangen sind.
Verlassen wir jetzt die durch Tiere auf den Menschen über-tragbaren Infektionskrankheiten uud geheu wir auf die Chirurgiezurück. Weil die Esmarchsche Binde nicht überall angewendetwerden kann, verliert der Kranke mitunter größere Mengen Blutesoder er kommt halb ausgeblutet ins Spital. In solchen Füllen