Verbrennungen. — Aneurhsmen.
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ist es nötig, den Verblutnngstot zu verhüten und die Folge-zustände schwerer Blutverluste möglichst zu verringern. Währendman früher die Transfusion anwandte, indem man reines oderdefibrinirtes Blut überführte, ging man in jüngster Zeit zur In-fusion von 0,7°/giger alkalischer Kochsalzlösung über. Auf VorschlagLanderers wird Zucker (3—5°/g) zugesetzt und Ludwig bezeichnetdiese Mischung von Kochsalz und Zucker als eine Nährlösung, dieam besten subkutan infmidirt wird. Die Technik ist eine sehr ein-fache; der Apparat von Sahli hat sich am besten bewährt. —Die Kochsalzinfusion in die Vene darf nach Kronecker nicht untereinem Druck stattfinden, welcher den der großen Venenstümme über-steigt. Vor der Infusion in die Arterie warnt Kümmel .
Die Behandlung der Verbrennungen hat insofern einenFortschritt zu verzeichnen, als man die Linimente (Kalkwasser undLeinöl) und die Höllensteinlösungen zu Gunsten der antiseptischenPulververbände mehr nnd mehr verläßt. Die Lagerung der schwerverbrannten Patienten im permanenten warmen Vollbad ist schonseit längerer Zeit bekannt, ebenso wie die Uberhüutuug der granu-lierenden Wundflüche durch die Transplantation nach Thiersch. DieBehandlung der Erfrierungen richtet sich nach allgemeinen chirur-gischen Grundsätzen. Der Lupus (Hauttuberkulose) wurde früherdurch energische Auskratzungen oder die Anwendung des Pacquelin-schen Thermocauters zu heilen versucht, später ging man zu Stiche-lungen über; nachdem das Kochsche Heilverfahren und die vonLiebreich empfohlene Injektion des cantharidinsaureu Kalis ver-lassen worden war, nahm man feine Zuflucht zur Bestrahlung mitSonnenlicht (Thayer) und zur Lichttherapie überhaupt, die vonFinsen in überraschender Weise ausgebildet wurde.
Während man früher die Aneurysmen durch Unterbindungoder Excisfion zu teilen versuchte, ging man später zur Digital-und Jnstrumentalkompression der zuführenden Arterien über, vorwelcher Gould eine trockene Eiweißnahrung nnd Jodkalidarreichungempfahl, welche beiden Maßnahmen die Gerinnungsfähigkeit desBlutes erhöhen sollten. In jüngster Zeit sucht man auf chemischemoder- mechanischem Wege im Aneurysmasack selbst eine Gerinnunghervorzurufen und erreicht dies durch Injektion von Ergotin oder