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VII. Chirurgie, Augen-, Lhreu-, Zahnheilkuudc.
Kvienc-e) (1840). Auf ihn ist auch die Gründung des ersten zahn-ärztlichen Vereines zurückzuführen. Es kann daher nicht Wundernehmen, wenn ein solcher Mann einen wesentlichen und be-stimmenden Einfluß auf die Entwickelung seines Faches hatte.
Weit über seinen Rahmen ging James Garetson (1828—1895) hinaus. Er selbst war ursprünglich als Zahnarzt aus-gebildet, schwang sich durch fleißige Studien zu einem berühmtenChirurgen auf und suchte die Zahuheilkunde zu einer Mundchirurgieumzugestalten, wohin ihm der größte Teil seiner Fachkollegen natür-lich nicht folgen konnte; so erkärt sich, daß er einerseits Operationenanriet, die nur dem Arzte vorbehalten bleiben dürfen, andererseitsgewisse Methoden der Zahntechnik in die Chirurgie übertrug, z. B.die Anwendung der Bohrmaschine zn Trepanationen. — Wirhaben in der Geschichte der Chirurgie gesehen, daß es ein Zahu-arzt war, welcher die Narkotisierung zur Vornahme von Opera-tionen empfahl (Horace Wells 1844). Da seine ersten Versuchemit Lachgas mißlangen, als er in der Öffentlichkeit experimentierte,so entspann sich ein häßlicher Prioritätsstreit, in welchen: die dreiKämpfer Wells, Jackson und Morton in wenig rühmlicherWeise nms Leben kamen. Es läßt sich mit Bestimmtheit nach-weisen, daß Sir Hnmphrey Davy schon im Jahre 1800 aufGrund theoretischer Erwägungen die Möglichkeit hervorhob, durchchemische Präparate eine Betäubung zu erzielen, in der eine Ope-ration schmerzlos vorgenommen werden kann. Nach eidlichen Aus-sagen machte Crawsord Long 1842 die ersten Narkosen und HoraceWells war es, der 1844 die Welt mit dem neuen Verfahrenbekannt machte. Malgaigne führte den Äther 1847 in Frauk-reich ein, im gleichen Jahre wurde von Weickert und Obenausin Leipzig die erste Zahnextraktion unter Äther in Deutschland gemacht und von Friedrich L. Wahlländer (1809—1881) durcheine Veröffentlichung den Zahnärzten mitgeteilt. Das Lachgasführte Thomas Evans 1866 in Europa eiu.
Thomas Evans galt lange als einer der ersten Zahnärzteder Welt, der eine internationale Klientel hatte, sich aber nicht nurdurch seine Geschicklichkeit iu seinem Fache auszeichnete, sondern anchwährend des Krieges 1870/71 durch seine Humanitären Bestrebungen