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und durch seine hervorragende Liebe zur Kunst hervortrat. Einerder fruchtbarsten Schriftsteller in seinem Gebiete ist Jacques ReneDuval (1759—1854), dem wir eine vorzügliche Abhandlung überdie Geschichte der Zahnheilkunde verdanken. Er glaubte an dieMöglichkeit der Heilung einer Zahnfraktnr, wie I. B. Carriot,dem die Erfindung des Artikulators zugeschrieben wird. Aus-gezeichnet durch seine Technik war C. F. Delabarre, welcher eineReihe von Maschinen ersann, um die Irregularitäten der Zähnezu beseitigen und Holzkeile anwendete, die bei ihrem Ausquellen aufdie Zähne einen korrigierenden Druck übeu. — Ein neues, sehrwertvolles FülluugSmaterial verdauten wir Jean P. d'Arcet^1777—1844), das ursprünglich aus 8 Teilen Wismnt, 5 TeilenBlei und 3 Teilen Zinn bestand und bei 100° 0 schmilzt. Da esaber beim Eingießen in den Zahn einen sehr hohen Hitzegrad hatte,so erzeugte es sekundäre Entzündungen und deshalb war Negnartbedacht, den Schmelzpunkt herabzudrücken. Dieses gelang ihm auchdadurch, daß er die Arcetsche Masse mit einem Teile Quecksilberversetzte, wodurch er eineu Schmelzpunkt von 68" und eiuen Er-starrungspunkt von 55° erhielt. Von F. Maury stammt das erstebrauchbare Handbuch der Zahnheilkunde, (1828), das 1830 insDeutsche übersetzt wurde.
In England glänzte John Tomes (1815—1895), welcher alsder Entdecker der modernen Zahnzange angesehen wird. UrsprünglichArzt brachte er in seinen neueu Beruf eine Menge von Kenntnissenmit, die ihm allgemeine Achtung und das erste Adelsdiplom, dasje einem Zahnarzte verliehen wurde, einbrachten (1866). DerUnterschied zwischen dem alten Schlüssel und der neueu, der Formdes Zahnes angepaßten, Zange ist zu groß, als daß man nichtallenthalben in kurzer Zeit die veralteten Instrumente hätte auf-geben müfsen. — In Deutschland war, wie in der inneren Medizin,so auch in der Zahnheilkunde die Wiener Schnle voraus. Eiucrihrer Führer war Georg Carabelli v. Lunkaszprie (1787—1842), der ein wertvolles Lehrbnch in 2 Bünden hinterließ (Ge-schichtliche Übersicht der Zahnheilkunde und Anatomie desMundes). Seine Schüler zählten zu den ersten ihres Faches,namentlich Adolf Fröhlich (1814—1864) nnd Moritz Heider