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redigierte und Mitbegründer des „Vereines der Zahnärzte inBerlin " war (1847). — Als Techniker zeichnete sich HeinrichKlaenfoth mit seiner „Odontoplastik" (1844) aus.
Trotz aller dieser zum Teile glänzenden Arbeiten herrschte inDeutschland noch immer ein Vorurteil gegenüber den Zahnärzten,ein Borurteil, das erst durch Heinrich W. E. Albrecht (1823—1883), den ersten preußischen Professor der Zahnheilkunde, gebrochenwerden sollte. Auf Veranlassung seines Jugendfreundes Albrechtvon Graefe gründete er 1855 die erste zahnärztliche Klinik, dieanfänglich privater Natur war, aber durch seine Ernennung zumProfessor eine gewisse staatliche Anerkennung erhielt. Als Schrift-steller weit bekannt, stammen von ihm die zahnärztlichen Artikel inder großen „Realeneyklopädie der gesamten Heilkunde" von Eulen-burg. Das „Lehrbuch der Zahnheilkunde" von Jonas Brück(1813—1883) machte die Deutscheu unabhängig von den Amerikanernund fixierte den Standpunkt der Zahnheilknnde gegenüber derMedizin in richtiger Weise. Der beste aber auf technischem Gebietewar Carl Sauer (1835—1892), der sich namentlich damit abge-geben hatte, zu Schaden gegangene Teile des Gesichts- und Zahn-apparates zu ersetzen; so konstruierte er Obturatoren uud künstlicheNasen in höchster Vollendung uud die von ihm angegebene SauerscheSchiene hat sich das Bürgerrecht in der Praxis erworben. Erkonnte seine Versuche, das Aluminium als Basis für künstlicheZähne einzuführen, nicht abschließen nnd schlug (1869) vor-, dasLachgas mit anderen Gasen gemischt anzuwenden. Wenn er auchin seinen Forderungen betreffs der Stellung der Zahnheilknndeetwas zu weit ging, so bezeugen seine Auseinandersetzungen dochseine glühende Begeisterung für sein Fach und seinen weiten Blick.
Nachdem wir nunmehr die hervorrageudsteu, der Geschichte an-gehangen Zahnärzte kurz gewürdigt haben, bleibt uus noch übrig,die Fortschritte, welche die einzelnen technischen Fertigkeiten gemachthaben, näher zu beleuchten. Wenden wir uns zuerst den künstlichenZähnen zu! Die ersten Versuche, solche zu verfertigen, fallen nochin das 18. Jahrhundert, aber in der Farbe sowohl, wie im Äußerenund in der Haltbarkeit ließen sie vieles zn wünschen übrig. Dieersten wirklich branchbaren Zähne wurden von SamnelW. Stockton