346
VII. Chirurgie, Augen-, Ohren-, Zahnheilkunde.
(1825) hergestellt, der nicht mir für den eigenen Bedarf, sondernauch für den Handel Produzierte. Nach ihm verbesserte EliasWildmann aus Philadelphia (1837) die Methode noch mehr, sodasz uunmehr die Mineralzähne mit den Menschen- und Elfenbein-zähnen in erfolgreiche Konkurrenz treten konnten. Zu einer all-gemeinen Anwendung kameu die Mineralzähne aber erst durch dievon Samuel S. White (1822—1879) erfundenen Verbesserungen.Seine Produkte sind so vollendet, daß ein weiterer Fortschritt kaummehr denkbar ist. Neben den amerikanischen Mineralzähnen werdennoch in England solche gesertigt, welche aber die Konkurrenz nichtaushalten können; die in Deutschland von Thi esseng in Rostocknnd Simon in Hildburghansen gemachten Versuche schlugen allefehl, so daß auch eine von der preußischen Regiernng aufgewendeteZumme von 50 000 Mark keinen weiteren Nutzen brachte. Erstseit dem Jahre 1894 scheint auch hierin eine Wendung zum Besserensich anzubahnen.
Als Basis für künstliche Zähne gebrauchte man bis GardettcElfenbein. Gard ette führte die Metallplatten ein, die sich am hartenGaumen festsaugen. L. Gilbert brachte eine Sangkammer an(1842). Duchateau wird als der Erfinder des Gipsabdruckesbezeichnet, worüber aber noch ein Streit herrscht, weil schon vorihm (1840) Dwinelle solche gemacht hat. — 1848 führtenC. F. Delabarre uud W. Rogers in Paris den Kautschuk eiu,der erst allgemeine Aufnahme fand, als Nelson Goodyear 1851den vulkanisierten Kautschuk erfaud, den dessen Sohn CharlesGoodhear als der erste in der Zahnheilkunde verwendete (1855)uud H. Rottenstein (1333—1879) sich 1859 in Österreich patentieren ließ. Man suchte den Kautschuk durch Verschiedeneszu verdrängen, so empfahl Thiefseug den durch starkes Erhitzengehärteten Speckstein (1857), G. Dieffenbach den Bernstein (1858)und E. Truemann die Guttapercha (1851). Das von FriedrichWoehler zuerst dargestellte Alumiuium, welches seit der epoche-machenden Entdeckung Bunsens seit 1854 aus elektrolytischemWege gewonnen wird, scheint in der Zahnheilkunde eine Zukunftzu haben. Aber es wird von alkalisch reagierenden Flüssigkeitenzn sehr angegriffen, so daß man ans die Legierungen gewiesen wnrde,