362 VIII. Innere Medizin und deren Hilfswissenschaften.
röther, K. R. von Hoffmann und A. Herzog. — FerdinandIahn (1804—18S9) hinterließ unter einer Anzahl fachwissenschaft-lichen Schriften eine: „Ahnungen einer allgemeinen Natur-geschichte der Krankheiten", welche die Starkschen Lehrenweiter ausbaute, und namentlich Vergleiche aus der Zoologie undBotanik brachte, welche übrigens meist hinkten. Seine Arbeitschließt nach Hirsch mit den Worten: „Wir haben den Kreis derLebenserscheinnngen irdischer Natnren vollständig durchlaufen undso die Entstehung der Krankheit als eine Zeugung im Leben, dieKrankheit selbst als ein Leben im Leben uud das Erlöschen der Krank-heit als ein Absterben im Leben erkannt und hergestellt." — RobertW. Bolz (1806—1882) kennt überhaupt keine Krankheiten, sondernnur Schmarotzer, welche dem gesunden Organismus aufgedrängtsind und auf einer niedrigeren Stufe stehen als dieser. Seine dies-bezügliche Arbeit stammt aus seiner Jugendzeit (1839). Die Anteil-nahme an den wichtigsten Fragen, welche später die ärztliche Weltbewegten und der ganze, auf das Praktische gerichtete Lebeusgangdieses äußerst verdienstvollen Mannes brachte ihn bald von seinenJugendschwärmereien ab. Ein ausdauernder Anhänger war KarlNich. v. Hoffmann (1797—1877), der in seiner „vergleichendenJdealpathologie", (ein Versuch, die Krankheiten als Rücksälle derIdee des Lebens auf tiefere Lebensstufen darzustellen) (1834), dieStarksche Lehre und die Naturphilosophie überhaupt auf dieäußerste Spitze trieb. — Er hielt das menschliche Leben als etwasHöheres wie das tierische und das Versallen in Krankheit als einHerabsinken von einer höheren Stufe auf eine tiefere; so bedeutetdie Skrophulose ein Herabsinken des menschlichen Organismus ausdie Stuse der Insekten, die Rhachitis auf die der Mollusken, dieEpilepsie auf die der Oskillarieu. Die Gichtknoten gleichen denKnospen der Pflanzen, die Hämorrhoidalkuoten den Gliederausätzeuder Myriapodeu uud Anneliden: die Wassersucht ist ein Schwanger-gehen des Körpers mit sich selbst. — Dabei war Hoffmann inseiner Jugend ein geschätzter Universitätslehrer in Würzbnrg undLandshut und später ein sehr fleißiger Medizinalbeamter, dessenübrige Schriften nichts von dem Bizarren seiner Naturphilosophieerkennen lassen.