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VIII. Innere Medizin und deren Hilfswissenschaften,
einzelne!? Autoren besonders hervorgehoben wird; von anderer Seitedagegen wird behauptet, daß die Höhenkurorte bei solchen, die znmBluthusten neigen, gefährlich sind uud nur sür nicht erregbareKranke, für die sog. torpiden Naturen Passen, wogegen man Patientenerethischen Charakters, die Husten, hohes Fieber, Hämoptoe haben,besser in nieder gelegene, warme, mehr feuchte Gegenden schickt,wie deren ja eine Anzahl an den Gestaden der oberitalie-nischen Seen und an der Riviera zn finden sind. -— In diegenannten Volkssanatorien nimmt man nur solche Fälle auf,welche Aussicht aus Heilung gewähren, es ist diese Maßnahmeeigentlich selbverständlich, sonst würden diejenigen Kranken, die ge-heilt werden können, dnrch die Unheilbaren zurückgesetzt werden,d. h. ihneu der Platz weggenommen werden nud dadurch keiuNutzen gestiftet, aber es wird die Strenge der Aufnahmebedingungenvon den Kranken selbst doch recht hart empfunden, weil sich die-selben an jeden Hofsnnngsanker klammern; auS diesem Gründewürde es sich empfehlen, auch den Schwerkranken der niederenStünde in einem Sanatorium die Segnungen der modernen Phthiseo-therapie zugänglich zn machen.
Älter als die Freiluftbehandlung in Sanatorien ist der Ge-danke, Tuberkulöse und Tuberkuloseverdächtige, sowie blutarme, inder Entwickelung zurückgebliebene Kinder auf längere Zeit an dieSee zu schicken, ein Gedanke, welcher in der R-o^al Lsa-L^tlrinAInkiriUÄi-^ kor Lorvr-Imlg, in NarZats schon im Jahre 1791seine Verwirklichung gesuuden hat. In Deutschland ist für dieseIdee namentlich Beneke eingetreten, der das erste Seehospiz inNorderney gegründet hat. Friedrich Wilhelm Beneke (1824—1882) hat sich namentlich als Balneloge ausgezeichnet (Rehburguud Nauheim) und bemühte sich in den letzten Jahren seines Lebenseifrigst um die Errichtung von Kiuderheilstätten an den Küsten derNordsee . Seine letzte Schrift behandelt die erste ÜberwinterungKranker in Norderney uud erschien in seinem Todesjahre.
Wir haben schon an anderer Stelle (Geschichte der Bakterio-logie) betonen können, welchen Enthusiasmus die Erfindung desTuberkulins in allen Kreisen der Bevölkerung, bei den Gelehrtensowohl, wie bei den Laien hervorrief und habeu gesehen, daß die