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Geschichte der organischen Naturwissenschaften im neunzehnten Jahrhundert : Medizin und deren Hilfswissenschaften, Zoologie und Botanik / von Franz Carl Müller
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406 VIII. Innere Medizin und deren Hilfswissenschaften.

(18371885) erhielt den ersten Lehrstuhl für Laryngologie an derNew-Aorker Universität und gründete mit Cohen, Knightund Lesferts die^.rokives os I^arvn^oloZ^". Es istselbstverständlich, daß mit den wenigen Namen nur die allergrößtenLaryngologen genannt werden konnten; hinzuzufügen ist, daß anden meisten deutschen Universitäten einem Professor der Austragerteilt ist, Laryngologie zu lehren. Es sind zwar nicht überallbesondere Institute für diese Disciplin vorhanden, wie ein solchesin Berlin seit 1887 als königliche Universitätspoliklinik für Hals-und Nasenkranke besteht, aber der Anfang ist wenigstens gemacht,

die Hals- nnd Nasenkrankheiten zu isolieren.--

Die Fortschritte der iuuereu Medizin in den letzten Decenniensind so gewaltige, daß es schwer wird, in der Fülle des Materialsdie rechte Sichtnng vorzunehmen. Beginnen wir mit der Anti-Pyrese, d. h. mit der Bekämpfung des Fiebers, welches ja an sicheine Reaktion ist und als solche keiner Behandlung bedürfte, aberin seinen excessiven Graden den Organismus so sehr schädigt, daßman ihm entgegentreten muß. Karl Liebermeister (geb. 1833),welcher seit über 30 Jahren als Vorstand der inneren Klinik inTübingen lehrt und in seinenVorlesungen über speciellePathologie und Therapie" sein Lebenswerk beschrieben hat,beschäftigte sich frühzeitig schon mit dem Studium des Fiebers,wofür seine Arbeiten:Beobachtungen uud Versuche überdie Anwendung des kalten Wassers bei fieberhaftenKrankheiten" (1868) undHandbuch der Pathologie undTherapie des Fiebers" sprechen. Hält sich das Fieber längereZeit über 40" <ü, so versallen die Organe (namentlich Herz, Leber,Niere und Mnsknlatnr) der parenchymatösen Degeneration. Darinund in der Beeinflussung der Herzthätigkeit, welche bis zur Herz-lähmnng vorwärts schreitet, liegen die Gefahren des Fiebers, denengegenüber auch von günstigen Wirkungen gesprochen werden kann.Die höhereu Temperaturen wirken verlangsamend ans die Lebens-fnnktionen der Mikroorganismen. Andererseits wird im Fieberder Stoffwechsel erhöht und damit die Widerstandsfähigkeit ge-steigert. Es ist nun gar nicht leicht, abzuwägen, wieweit der Arztmit der -Herabsetzung des Fiebers gehen darf, wenn er die Natnr