Bedeutung des Chlorophylls.
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außen her aufnehmen und thun dies in den meisten Fällen aufdem Wege des Parasitismus oder Saprophytismus. Am bekanntestenunter denjenigen Pflanzen, welche ihre organische Nahrung vonaußen beziehen, sind die insektivoren Pflanzen. Dieselben habeudie Aufmerksamkeit zahlreicher Forscher auf sich gezogen, wenigerdeshalb, weil sie trotz des Vorhandenseins chlorophyllhaltiger Blättersich geringe Mengen Eiweiß dnrch das Fangen von Insekten zuverschaffen wissen, sondern wegen der verschiedenen geistreichenFangvorrichtungen. Rees nnd Will, S. H. Vines und Goruphaben die Lrgane der Insektivoren eingehend beschrieben, auchSachs hat dies in seinen „Vorlesungen über Pslanzen-physiologie" gethan. —
Wenn auch die Pflanzen im Gegensatz zu den Tieren odereigentlich zu dereu Wohlfahrt im Haushalte der Natur die Auf-gabe übernommen haben, die Kohlensäure aufzunehmen und Sauer-stoff zu erzeugen, der das Lebenselement der animalischen Körperist, so können auch die Pflanzen ohne Sauerstoff nicht leben undall ihre Funktionen sind von der Anwesenheit des Sauerstoffesabhängig. Man nennt den Weg, auf welchem sie den Sauerstoffaufnehmen, die Atmung und führt die Erkenntnis der Not-wendigkeit derselben ans Saussure zurück, der von Dutrochet und Karbsch in seinen Forschungen bestätigt wurde. Auch Kühnekonnte nachweisen, daß der Sauerstoff zur Protoplasmabewegungunbedingt uotweudig ist. Der Aufnahme vvn Sauerstoff entsprichtdie Abgabe von Kohlensäure, worüber wir äußerst belehrende Ver-suche von Garrean und Lory haben. Spätere Versuche stammenvon Wortmann ans dem Sachsschen Laboratorium. Der Prozeßder Atmung ist mit der Wärmebildung verbunden (Saussure,Göpfert, Dutrochet). Mitunter findet neben der Wärme-erzeugung auch eine Lichterzeugung (Phosphoreszenz) statt, diewesentlich eine Eigenschaft der Pilze ist. Derjenige Forscher,welcher am meisten über diese Frage gearbeitet hat, Fabre, nimmtan, daß die leuchtenden Pflanzen besondere Einrichtungen dafürhaben müssen, ein Nachweis derselben ist aber nicht gelungen. —
Von großem Werte ist auch die Lehre vom Wachstum der
Pflanzen. Wachstum und Ernährung sallen nicht zusammen,
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