2Z2 1830-1840.
Dosis Chloral Betäubte (15. Dez. 1878) in der Nacht das Lichtumstieß und in: Rauch des so entstandenen Feuers erstickte. Eswar, wie sein Biograph bemerkt, der Tod auch der Hauptfigurenseiner großen Romane: Hackerts in den „Rittern vom Geist",Lucindens im „Zauberer von Rom "; es war ein symbolischer Tod.Der feurige Kämpfer, der überallhin neues Licht tragen wollte,stieß in seiner ruhelosen Hast den Leuchter um und verbreiteteum sich eine Atmosphäre von erstickendem Rauch der Eitelkeit, desEigensinns und leider nicht am wenigsten des Neides, in der seineeigene hoffnungsvolle Kraft zuletzt jammervoll verkam.
In seiner Gesamtanlage erinnert Gntzkow an den Mann, derdie deutsche Malerei seinerzeit fast so unbedingt beherrschte wieder Verfasser der „Ritter vom Geiste" eine Weile die Litteratur:an Wilhelm von Kaulbach (1805—1874). Durch und durch in denZeitideen lebend, beweglich, kaustisch, geistreich, voll ehrlicher Partei-nahme, blieben sie doch den höchsten Bedingungen dauernder künst-lerischer Leistung immer fremd: ihnen fehlte der Zauber der Poesie— und ihnen fehlte die Sicherheit der Technik. Trocken, kalt,gemacht schauen uns heut Kaulbachs einst hoch gefeierte Treppen-gemälde im Berliner Museum an — uud unwahr wie die „Zer-störung Jerusalems" scheint uns das theatralische Spiel Uriel Acosta ;eine Parade ohne innere Einheit sind uns die „Ritter vom Geiste"wie das „Zeitalter der Reformation". Nicht an den Dichter wendensie sich, der in jedem Menschen schlummert, nicht an den kunst-verständigen Meister: sie appellieren an den Parteigänger, der mitihnen für die Emanzipation des Fleisches oder gegen Peter Arbueskämpfen will. Die Kämpfe sind ausgefochten, in der Form min-destens, wie die Liberalen jener Tage sie auffaßten; und mit denParteigängern sind die Bewunderer jener Werke ausgestorben. —
Von der jungdeutschen Schule gehen zwei Seitentriebe aus:einer in zustimmender Hinsicht, der andere polemisch geartet. EineAnzahl von Schriftstellern sind ihrer ganzen Tendenz nach denLaube und Gntzkow verwandt und ergreifen deshalb nach den erstenErfolgen der Gruppe die Gelegenheit, auch in Eigenheiten derTechnik, der Charakterzeichnung sich ihr anzupassen. Das giltvon Willibald Alexis (179S—1871), der mit zwei Romanen(„Das Haus Düsterweg" 1835 und „Zwölf Nächte" 1838) sichden Zerrissenheitsmalern vorübergehend beigesellte; es gilt in nochhöherem Grade von Heinrich König (1790—1869). Der Ober-