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1880—1890.
naiv überzeugt und satirisch nur gegen andere Richtungen, übrigensnicht ohne Witz und treffende parodistische Züge („Kaktus " 1898).Sein tragikomischer Roman „Stilpe" (1897), ohne Zweifel seinebedeutendste Leistung, wächst über den parodistischen „Schlüsselroman"in Wolzogens Manier mit seinen Porträts von Harden, Przyby-szewski und anderen neueren Litteraten, vor allem mit seiner geist-reichen Veranschaulichung der Atmosphäre modernen Litteratenlebensweit hinaus. Die Epoche, in der die Jugend nur mit einem ge-wissen verachtungsvollen Ton „Ach Schiller!" sagte und dagegenden Kultus für R. M. Lenz und für Mnrger und das litterarischeZigeunerleben Pflegte, ist nicht minder anschaulich dargestellt alsdie Zeit der massenhaften Journalgründungen und rettenden Theater-pläne; und nach allem Wirrwar der Tragödie und Komödie solchesgerngroßen Litteratenlebens wirkt der grimassierende Tod des un-heilbar Ehrgeizigen, der zum Possenreißer eines Tingeltangels her-abgesunken ist, als eine ästhetisch wohlthuende Lösung. Man er-kennt überall den sorgfältigen Beobachter des Kunstlebens, als derBierbaum auch in einer Reihe von Schriften über Böcklin , Liliencron,Uhde, Stuck hervorgetreten ist. Seine entschiedene von einem herz-lichen Wohlwollen für alle wirklichen und vermeintlichen Talenteerfüllte Parteinahme für die neue Richtung bildet wieder zu Hart-lebens skeptischer Haltung einen Gegensatz, während seine Nach-ahmung altertümlicher Art („Nemt Frowe disen Kranz" 1894,„Lobetanz" 1895) an Hartlebens Rückkehr zu Goethe uud zu AngelusSilesius erinnert. Doch erreicht er in dem naiv-märchenhaftenMusikspiel „Gugeline" (1899) liebenswürdig volkstümliche Wir-kungen, die Hartlebens schärferer Ton nicht aufkommen ließe.Aber Bierbaum bleibt doch wesentlich der beschauliche Liebhaber,Hartleben der Künstler. Bierbanms zahlreiche Gedichte und Briefeund Aufsätze — neben der Leitung des „Modernen Musenalma-nachs" (1891, 1894) hat er noch zwei Jahre lang einen dicken,buntscheckigen Kalender, den „Bunten Vogel" (1896, 1898) alleinvollgeschrieben — sind in der Form so zerfließend wie die Hartlebensstreng; und er thut sich auf die Leichtigkeit dieser mäßigen Impro-visationen noch viel zu gute. Die RückWendung von der knappenErzählung Hartlebens zn dem lockeren humoristischen Roman in JeanPauls Manier war gerade kein Fortschritt. Man ist auf demepischen Gebiet mit allem Realismus eben doch immer noch wesentlichdem „dunkeln Dränge" überlassen geblieben.