Druckschrift 
2 (1927)
Entstehung
Seite
34
Einzelbild herunterladen
 

Ich möchte aber anheimgeben, die Einzelheiten derAnleihe mit dem Wiener Kabinett zu besprechen, daauch dort wenig Geneigtheit zu sein scheint, sie be-dingungslos zu gewähren. Auf Wunsch des GrafenMensdorff wurde auch die nachstehende Fassung ver-einbart, die nur vonprendre en consideration"spricht und nicht von einer eingegangenen Verbind-lichkeit.

Was Montenegro betrifft, das die völlige Räumungdes albanischen Gebietes bekanntgegeben hat, sonimmt die Versammlung Kenntnis von dieser Räumungund meint, daß die Vertreter der Mächte in Cetinje der montenegrinischen Regierung erklären sollen, daßdie Mächte die für die Regelung der Frage der Be-wässerung und für eine finanzielle Unterstützung not-wendigen Maßnahmen in Erwägung ziehen werden."

Nach Erledigung der Tagesordnung sprach SirEdward Grey die Hoffnung aus, daß es möglich seinwerde, auch die albanische Grenzfrage und im Zu-sammenhänge mit ihr die Inselfrage vor unserer Ver-tagung zu erledigen. Österreich habe bekanntgegeben,daß es unter der Bedingung, daß Stylos und Koriza zuAlbanien kämen, in eine Feststellung der Grenzedurch eine internationale Abordnung einwillige unterder Voraussetzung, daß der rumänische Vertreter zuden hiesigen Besprechungen zugezogen werde. Durchdie Beteiligung Rumäniens an den Balkanwirren imVerein mit Griechenland sei diese Bedingung jedochhinfällig geworden, da es sonst unabweislich wäre,auch den griechischen Vertreter zuzuziehen.

Was die Inselfrage beträfe, so hätte MarquisImperiali ihm, Sir Edward Grey , eröffnet, daß seineRegierung gegen die Überlassung der übrigen Inseln anGriechenland nichts einzuwenden habe, falls die vonden Italienern in Gemäßheit des Friedens von Lau-

34