auf Wunsch Sir Edwards jedoch, welcher darauf hin-wies, daß es ihm nur mit Mühe gelungen war, HerrnCambon davon abzuhalten, auch seinerseits mit Be-dingungen hervorzutreten und ihn dazu zu bestimmen,alles Nähere der Kommission zu überlassen, begnügtesich mein österreichischer Kollege mit der auszugs-weisen Wiedergabe seiner Weisungen, deren geo-graphische Einzelheiten zum Teil wohl auf die Rat-schläge seiner hiesigen Fachleute zurückzuführen sind.Falls man sich in Wien nicht entschließt, den heutigenVorschlägen zuzustimmen, so dürfte Sir Edward näch-sten Dienstag kaum in der Lage sein, befriedigendeEröffnungen über den Abschluß unserer Verhand-lungen dem Parlamente zuteil werden zu lassen. Eswürde sich vielleicht empfehlen, in Wien in diesemSinne zu wirken, auch hoffe ich, daß es dem EinflußSir Edward Greys gelingen wird, zwischen Paris undRom in der Inselfrage eine Einigung herbeizuführen.
Die Haltung des Herrn Cambon in der heutigenSitzung hat jedenfalls von neuem gezeigt, welchenWert man in Frankreich auf die Erstarkung Griechen-lands legt, das man als mittelländische Seemacht nachMöglichkeit entwickeln möchte. Die Sprache derfranzösischen Blätter, namentlich aber des „Temps ",geben einen weiteren wertvollen Hinweis in dieserRichtung. Die französischen Politiker können mitSicherheit darauf rechnen, daß der immer stärkerhervortretende Gegensatz Griechenlands zu Italien und Österreich-Ungarn ersteres mit Naturnotwendig-keit in die Arme Frankreichs treiben wird, und daßdaher Frankreich im Falle eines Krieges an der grie-chischen Flotte und den griechischen Häfen eine wert-volle Stütze gegen Italien und Österreich-Ungarn finden muß. Schon dieser Umstand dürfte, abgesehenvon der Rücksichtnahme auf unsere Verbündeten, ge-
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