für eine politische Annäherung zwischen Deutschland und England vorlägen.
Der Gesandte fragte dann im einzelnen, ob tat-sächlich die Revision des Vertrages von 1898 insAuge gefaßt sei, ob die Preßnachrichten über Be-rufung einer Konferenz zur Erörterung über afrika-nische Fragen richtig seien, ob Sir EdwardGrey beabsichtigte, gemäß seinem früher imUnterhause abgegebenen Versprechen den Geheim-vertrag vom Jahre 1898 in dem jetzt in Vorbereitungbefindlichen Blaubuch zu veröffentlichen, endlich obdie gemeinsame deutsch -englische Deklaration vomMärz 1912 noch als rechtsverbindlich angesehenwerden könne. Sir Edward Grey habe hierauf demGesandten wie folgt antworten lassen: Gewisse Ver-änderungen in dem angezogenen Vertrage hätten sichals nötig erwiesen und würden erwogen. An Berufungeiner Konferenz der bezeichneten Art habe England niemals gedacht und auch keine andere Regierung,soweit das Foreign Office unterrichtet sei. Der Mi-nister halte auch jetzt noch die Veröffentlichung allerGeheimverträge im Prinzip für wünschenswert; ob undwann der Vertrag vom Jahre 1898 veröffentlichtwerden solle, könne er jetzt nicht sagen, keinesfallsin dem in Vorbereitung befindlichen Blaubuche, dassich ausschließlich mit der Frage der Kontraktarbeiterbefasse. Keine der möglicherweise in Aussicht ge-nommenen Änderungen der bestehenden Abmachungenvon 1898 sei auf die Stellung Portugals zu diesem Ver-trage von dem geringsten Einfluß, deshalb sei auchkein Grund anzunehmen, daß die obenerwähnte ge-meinsame deutsch -englische Deklaration nicht mehrzu Recht bestünde.
Der Gesandte fragte endlich, ob die portugiesischeRegierung parlamentarische Anfragen in diesem Sinne
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