ganz beherrschte Gebiet am Sambesi und einen ver-hältnismäßig kleinen Teil des östlichen Angola , fälltkaum ins Gewicht gegenüber der Tatsache, daß nun-mehr unsere Einflußsphäre in Angola mit Deutsch-Südwestafrika ein kompaktes Kolonialgebiet mit einerKüstenausdehnung von 20 Breitengraden bilden wird,dessen gute Häfen und fruchtbare, zur Ansiedelunggeeignete Hochländer eine äußerst gedeihliche Ent-wickelung für die Zukunft verheißen.
Noch größer als auf dem Gebiete der Länderver-teilung erscheinen mir die Vorzüge des neuen Ab-kommens im Hinblick auf die Möglichkeit seiner Ver-wirklichung. Das Abkommen vom Jahre 1898 warganz auf den Voraussetzungen aufgebaut, daß Portugal nahe vor einem unvermeidlichen finanziellen Zu-sammenbruch stände und froh sein werde, seine Ko-lonialzölle gegen ein von Deutschland und England zugewährendes Darlehen zu verpfänden. Diese Voraus-setzung hat sich als irrig erwiesen. Portugal hat seitjener Zeit keine größere Anleihe aufgenommen. Eshat sich finanziell — wenn auch nur mit Not — überWasser gehalten und hat neuerdings sogar, wie esscheint, der Defizitwirtschaft ein Ende gemacht undsein Budget ins Gleichgewicht gebracht. Die recht-zeitige Erkenntnis dieser Tatsache hat Euer Exzellenzdazu geführt, in das neue Abkommen einige Klauselnhereinzubringen, welche unseren Bestrebungen auchohne ein Anleihebedürfnis Portugals Rechnung tragen,so daß wir nicht wieder zu befürchten brauchen, daßuns das vertragsmäßig Gewonnene in der Praxis ver-lorengeht.
Schließlich — last not least — ist die ganze Ver-einbarung zwischen der Kaiserlichen und Groß-britannischen Regierung nach allen Richtungen der-artig abgewogen und ausgeglichen und trägt den
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