portugiesische Hoheitsrechte gelegentlich herbei-zuführen. Ich vermag daher nicht einzusehen, wie dasdeutsche Publikum, namentlich, falls die Veröffent-lichung unter entsprechendem Hinweis auf die vor-handenen Aussichten und Möglichkeiten erfolgen, an■dem Fortbestand und der Erneuerung alter VerträgeAnstoß nehmen könnte in der Erwartung, daß zwischenuns und England in Friedenszeiten die Eroberung desBesitzstandes einer befreundeten Macht verabredetwurde. Lichnowsky .
DER STAATSSEKRETÄR DES AUSWÄRTIGEN AMTES VONJAGOW AN DEN BOTSCHAFTER IN LONDON FÜRSTEN VON LICHNOWSKY Berlin, 26. 2. 1914
I ch hätte in meinem letzten Brief an Sie den Vor-schlag, die Engländer in dem preamble zu unseremportugiesischen Vertrag den Windsor-Vertrag ab-schwören zu lassen, gewiß nicht gemacht, wenn ichhätte voraussehen können, daß der Gedanke, dieseAnregung bei Grey vertreten zu sollen, Sie so alar-mieren würde. Ich dachte natürlich nur an eine ge-legentliche Bemerkung in dem Sinne, daß, wie dieDinge nun einmal lägen, wohl nichts anderes übrigbleibe, als den Windsor-Vertrag wieder rückgängigzu machen, wie ja auch seinerzeit England durchdiesen Vertrag unsere Abmachungen von 1898 an-nulliert hat. An eine solche halb im Ernst, halb imScherz gemachte Bemerkung ließe sich ja dann eineweitere Diskussion der ganzen Frage leicht anknüpfen.Denn, wie ich Ihnen schon schrieb, bildet der Vor-schlag Greys, die Verträge von 1898 und 1899 gleich-zeitig zu veröffentlichen, keine geeignete Lösung desProblems. Unsere öffentliche Meinung geradezu mitder Nase darauf zu stoßen, daß unsere Verein-
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