Druckschrift 
2 (1927)
Entstehung
Seite
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belebung ihres. vergilbten Bundes drängten, läßt sichbegreifen, tatsächlich haben unsere Vereinbarungenmit England im Jahre 1898 aber genau unter denselbenVoraussetzungen stattgefunden, wie in den Jahren1912 und 1913, und unser Publikum kann doch nichtgut erwarten, daß wir mit einem befreundeten Staateüber den Besitz eines dritten uns befreundeten undmit dem anderen Kontrahenten verbündeten StaatesVereinbarungen treffen, die die Beraubung dieses Drit-ten mitten im Frieden offenkundig aussprechen.

Doch hierüber brauchen wir uns jetzt nicht zuereifern, denn die Angelegenheit ist, vorläufig wenig-stens, Ihren Wünschen entsprechend geregelt, und ichglaube nicht, daß Grey sobald wieder auf die Veröffent-lichung zurückkommt. Eine andere Frage ist freilich, obwir die endgültige Ausfertigung des Vertrages, der bis-her bekanntlich nur paraphiert worden ist, für angezeigthalten. Ich habe in dieser Richtung, da ich IhreWünsche nicht kannte, mit Grey noch nicht ge-sprochen. Meiner Ansicht nach wäre eine baldigeUnterzeichnung schon deshalb erwünscht, weil sieallen späteren Abänderungen, die etwa französischenKlagen Rechnung trügen, einen Riegel vorschiebenwürde. Ich glaube ja nicht, daß Grey einen Vertrag,den er so gut wie abgeschlossen hat, nachträglich ver-stümmeln würde. Das wäre ganz gegen seine sonst soehrliche und gerade Natur, aber man kann doch nichtwissen, ob nicht doch vielleicht die Unionisten malherankommen, und ob Lord Curzon oder Lord Lans-downe oder wer sonst alsdann die äußeren Angelegen-heiten übernähme, sich mit ihm einverstanden erklärt..Nach gewissen Andeutungen, die mir geworden sind,ist es allerdings nicht unmöglich, daß man hier nichtwünschen wird, den Vertrag eher zu unterschreiben,als bis er zur Veröffentlichung gelangt. Ich möchte

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