den will und nicht genötigt zu werden wünscht, aneinem Kriege teilzunehmen, um eine Verschiebungder bestehenden Machtverhältnisse zu verhindern, sobildet die Enthaltung von allen Kundgebungen, diedahin gedeutet werden, daß wir Unruhe stiften wollen,die Grundlage für die Geneigtheit Greys, unserenWünschen entgegenzukommen und die deutscheFreundschaft zu pflegen. Ich sage hier bei jederpassenden Gelegenheit, daß wir gegen die britisch-französische Freundschaft durchaus nichts einzuwendenhaben, da der Einfluß Englands in Paris sich stetsim Sinne der Mäßigung und des Friedens betätigthat, und wir daher keinen Grund hätten, uns überdie britisch - französische Intimität zu beklagen.Unseren hiesigen Interessen und Zwecken wäre ambesten gedient, wenn die deutsche Presse aus Anlaßdes bevorstehenden Besuches eine ähnliche Note an-schlagen wollte. Lichnowsky.
AN DAS AUSWÄRTIGE AMT London , 26. 3. 1914
B ei der Entwicklung, welche die irische Angelegen-heit durch das Versagen der englischen Offizieregenommen hat, dürfte ein baldiger Rücktritt des ge-samten Kabinetts durchaus im Bereich der Möglich-keit liegen. Unter diesen Umständen möchte ichanheimstellen, ob nicht die politische Lage eine baldigeUnterzeichnung des Kolonialvertrags unbedingt er-wünscht erscheinen läßt. Der Rücktritt des SirE. Grey könnte das Zustandekommen des vorläufignur paraphierten Vertrages auf das schwerste ge-fährden. Die Bagdadverhandlungen können aber nochlängere Zeit in Anspruch nehmen. Was die Ver-öffentlichung des Windsor-Vertrags betrifft, so gehtaus meiner Berichterstattung hervor:
124