müßten beide Verträge veröffentlicht werden, undzwar möglichst gleichzeitig. Im übrigen sei unser locusstandi ja der Vertrag von 1898, der sich ganz gut be-währe, wie die Benguellabahn zeige.
Ich erwiderte, daß der Vertrag von 1898 für beideTeile viel weniger befriedigend sei, wie die neuestenAbmachungen, und daß er dringend einer Revision be-dürfe, und zwar aus geographischen, praktischen wiepolitischen Rücksichten. Es würde daher höchst be-dauerlich sein, wenn die ganze mühevolle Arbeit ander Veröffentlichungsfrage zunichte würde, und ichglaubte sagen zu können, daß vielleicht Aussicht vor-handen wäre, daß wir nach Schluß des Reichs-tages ihr vielleicht wieder nähertreten könntentrotz aller Bedenken, die wir hinsichtlich der Wir-kung des Windsor - Vertrages hegten. Ich betontebei dieser Gelegenheit nochmals, daß meiner Auf-fassung nach beide Teile durch die Paraphierung be-reits moralisch, wenn auch nicht juristisch, an denInhalt des Vertrages gebunden wären, und daß es des-halb doch nicht gut anginge, die Krönung des Ganzenim letzten Augenblick zu unterlassen. Es war für michnatürlich sehr schwer, nach allem, was ich ihm gegendie Veröffentlichung der Verträge bisher hatte sagenmüssen, unsere plötzliche Schwenkung einigermaßenzu maskieren; ich konnte mich aber davon überzeugen,daß meine Befürchtung, daß der ganze Vertrag infolgeunserer Weigerung und mit Rücksicht auf französischeEmpfindlichkeiten hinfällig werden würde, durchausnicht unbegründet war. Ich hielt es für besser, michvorläufig aller Vorschläge hinsichtlich der Form derVeröffentlichung zu enthalten und abzuwarten, daßdie hiesige Regierung, falls sie überhaupt zu bewegenist, die verlassenen Verhandlungen wieder auf-zunehmen, ihrerseits mit Vorschlägen hervortritt.
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