hervorrufen muß.*)
Berlin, 29. 5. 1914
ls dem gefälligen Bericht vom 23. d. M. ersehe
«4a.ich, daß Ew. pp. die Frage der Veröffentlichungdes deutsch -englischen Kolonialabkommens von sichaus bei Mr. Harcourt zur Sprache gebracht haben.Ich bedauere das um so mehr, als dieses Vorgehender Ew. pp. erteilten bestimmten Weisungen wider-sprach, von jedem weiteren Schritt in der Angelegen-heit abzusehen, und überdies die sehr unerwünschteFolge hat, die befriedigende und den Bedürfnissen dernächsten Zeit durchaus genügende Sachlage (?) erneutkompromittieren, die die hier von Sir E. Goschen imAufträge Sir E. Greys gegebenen Erklärungen ge-schaffen hatten. Jedenfalls deutet nichts darauf hin,daß Ew. pp. den Darlegungen des englischen Kolonial-ministers mit irgendwelchen Gegenargumenten ent-gegengetreten wären und ihn auf den äußerst pein-lichen und ungünstigen Eindruck hingewiesen hätten,den es hier würde machen müssen, wenn die eng-lische Regierung sich nachträglich den Standpunkt
*) In einem Privatbrief vom 26. Mai an Staatssekretär von Jagowsuchte ich die Berliner Bedenken gegen eine ungünstige Wirkungder Veröffentlichung des Windsor-Vertrags auf die deutsche öffent-liche Meinung zu zerstreuen. Es hieß in dem Schreiben: „Ichmöchte Ihnen nochmals zu bedenken geben, ob man nicht etlichenalldeutschen Schreiern nach Veröffentlichung der Verträge ent-gegenhalten könnte, daß durch den 99er Vertrag (Windsor) keinnovum geschaffen wurde, und daß unser Vertrag schon angesichtsdes Bundesverhältnisses zwischen England und Portugal und mitRücksicht auf den elementarsten politischen Anstand nicht die
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