sich bekanntlich Sir Edward Grey allenBemühungen des Botschafters Paul Cam-bon*) gegenüber fest gezeigt, als diesernamens seiner Regierung eine große Be-unruhigung wegen der deutsch - engli-schen Verständigung an den Tag legte.Desgleichen hat er den Lockungen widerstanden, dieihm Herr Sasonow im April durch seinen Vertrauens-mann Prinz Trubetzkoi in Gestalt eines Bündnis-antrages und damit zusammenhängender Marine-konvention hat zukommen lassen. Bei seiner Ent-scheidung hat neben dem selbstverständlichen Inter-esse Englands auch die Rücksicht auf uns mit-gesprochen. Wenn wir aber auf die Verstän-digung verzichten, dann bekommt dasenglische Kabinett freie Hand, und nochweniger als dieses würde ein künftigesKabinett sich an die n i c h t a b g e s c h 1 o s s e-nen Abmachungen mit uns gebunden hal-ten.
Auf der anderen Seite aber gehen die Vorteile, dieuns der definitive Abschluß des Abkommens bringenwürde, aller Voraussicht nach weit über dessen un-mittelbares Ziel hinaus. Es kommen hier eine Mengepolitischer Imponderabilien in Betracht, wie sie sichbeispielsweise für die Entente cordiale aus demenglisch- französischen Abkommen des Jahres 1904über Ägypten und Marokko ergeben haben. Schonallein der Artikel des Abkommens, welcher besagt,daß Deutschland und England gemeinsam dritteMächte von der Lösung der portugiesischen Kolonial-frage fernhalten wollen, wird automatisch zu einemengeren Zusammengehen der beiden Staaten auch inanderen Fragen führen, ähnlich wie dies bei der Be-
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