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2 (1927)
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die nur dann wirksam gewesen wären, wenn ich ihmhätte beweisen können, daß in den Anschauungen derhiesigen Regierung sich eine Änderung vollzogen habe.Hierzu aber hatten Euer Exzellenz mich nicht be-fähigt, ich konnte ihm nicht erwidern, daß die im Auf-träge Sir E. Greys durch den Berliner Botschafter ab-gegebenen Erklärungen seinen Ansichten direkt wider-sprächen.

Zu meinem Bedauern sehe ich mich schließlichnoch genötigt darauf hinzuweisen, daß ich die imSchlußsatz des eingangs genannten Erlasses mir erteilteWeisung mit meiner hiesigen Stellung nicht in Ein-klang zu bringen vermag. Lichnowsky.

AN DEN REICHSKANZLER VON BETHMANN HOLLWEG

London , 14. 7. 1914

E ure Exzellenz hatten mich bei meiner letzten An-wesenheit in Berlin ermächtigt, Sir Edward Grey zu erklären, daß wir nunmehr bereit seien, das Ab-kommen mit Großbritannien über die portugiesischenKolonien zu unterzeichnen und in die Veröffentlichungdes neuen sowie der beiden alten Verträge, desdeutsch -britischen vom Jahre 1898 sowie des britisch-portugiesischen vom Jahre 1899, zu bewilligen. Mitder Veröffentlichung sollte aber bis zum Spätherbstgewartet werden, um unserer in Südangola befind-lichen Abordnung die nötige Zeit zu gewähren zur Be-endigung ihrer den Bahnbau betreffenden dortigenStudien.

Ich brauchte nicht erneut auf die Bedeutungunseres neuen Vertrages hinzuweisen und dabei her-vorzuheben, daß hierdurch eine dauernde Grundlagegeschaffen wird für die zukünftige Erweiterung der

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