merksamkeit gewidmet, und es läge kein Grund vorfür eine Beunruhigung.
Der Entwicklung der deutschen Flotte widmetMr. Churchill Worte des höchsten Lobes. Was Eng-land ihr entgegenstellen müsse, habe er schon vorigesJahr auseinandergesetzt. Er freue sich über die Er-klärung des Admiral von Tirpitz, daß dies Verhältnisvon 8:5 Geschwadern auch für Deutschland annehm-bar sei. Das Verhältnis bliebe auch dasselbe, fallsjedes Geschwader anstatt acht nur sechs oder siebenSchiffe enthielte, und England würde auch bereitwilligauf dieser Basis zu einer Verständigung zu kommensuchen. Zum Schlüsse seiner Rede bemerkte Mr,Churchill, Großbritannien könne keine andere See-macht so dicht an sich herankommen lassen, daß diesedurch Flottendruck die englische Politik beeinflussenkönne. Eine derartige Situation würde zweifellos zumKriege führen. Eine Superiorität, die nicht genüge, umden Erfolg zu erringen, sei auch nicht groß genug, umden Frieden zu erhalten.
Mr. Winston Churchill verfolgte bei seinen Aus-führungen offenbar den Zweck, soweit wie möglichallen den widerstreitenden Anschauungen gerecht zuwerden, die hier in der Flottenfrage bestehen. Erbefand sich insofern in einer schwierigen Lage, alsbei dem linken Flügel seiner eigenen Partei einestarke Neigung für eine Einschränkung der Flotten-rüstungen vorhanden ist, während die Opposition zumgroßen Teil energisch für einen möglichst schnellenund umfangreichen Ausbau der Flotte eintritt. Fürdie radikalen Flottengegner im eigenen Lager war derVorschlag bestimmt, im Einvernehmen mit Deutsch-land eine Pause in den Rüstungen eintreten zu lassen;der Vorschlag ist lediglich ein Schaugericht und dürftevon niemand hier allzu ernst genommen worden sein,
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