schaffen, eine Frage, die uns ebenso trenne, wie dasReichsland eine wirkliche Annäherung zwischen unsund Frankreich verhindere.
Ich entgegnete ihm, daß ich zwar mich grundsätz-lich in Flottenfragen nicht einmische, daß ich abergesehen habe, daß es trotz der Flottenfrage möglichsei, mit Großbritannien zu einem freundschaftlichenVerhältnis zu gelangen, und daß ich mit Genugtuungfestgestellt habe, daß sich hier das Verständnis dafür,daß unsere Flotte nicht gegen Großbritannien gebautsei, immer mehr zu vertiefen beginne. Euere Exzellenzhätten übrigens Ihre Bereitwilligkeit zu erkennen ge-geben, etwaigen britischen Anregungen entgegen-zukommen und dieselben zu prüfen, ich glaubte abernicht, daß das deutsche Volk, das in der Flotte einnationales Werk und eine Verkörperung des natio-nalen Gedankens erblicke, jemals auf eine kräftigeFörderung dieser Schöpfung werde verzichten wollen.
Der Minister sah dies vollkommen ein, kam aberimmer wieder auf seinen Gedanken des „naval holiday”zurück und besprach die ganze Angelegenheit indurchaus freundschaftlichem und gemütlichem Ton;es scheint ihm aber jedenfalls sehr viel, vermutlichaus technischen und anderen Gründen, an einerPause zu liegen. Aus seiner ganzen Art ging je-doch ein gewisses Mißtrauen gegen unsere aus-wärtige Politik hervor, die zum Teil wohl auf seineretwas phantastischen Natur beruht, zugleich aber aucheine unverkennbare Bewunderung für unsere Flotte.Ich glaube, daß es mir gelungen ist, ihn etwas zu be-ruhigen und seine Bedenken zum Teil wenigstens zuzerstreuen, denn zum Schlüsse sagte er, ich hätte michwohl schon hier davon überzeugen können, daß essich mit den Engländern leben ließe (that we are notdifficult people to deal with). Da er sehr eitel ist und
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