Druckschrift 
2 (1927)
Entstehung
Seite
185
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eine weitere Beschleunigung des Baus nächstjährigerSchiffe oder eine Erweiterung des englischen Bau-programms Platz zu greifen habe.

Am Schluß seiner Rede wies der Minister daraufhin, daß die kommenden Monate die bei weitem zahl-reichsten Ablieferungen von Kriegsschiffen an dieMarineverwaltung bringen würden, die in der Ge-schichte der englischen Flotte je vorgekommen seien.Es werde nämlich für die nächsten neun Monatedurchschnittlich jede Woche ein Torpedoboot ab-gesehen von zahlreichen Unterseebooten, für dienächsten 12 Monate durchschnittlich alle 30 Tageein leichter Kreuzer und für die nächsten 18 Monatedurchschnittlich alle 45 Tage ein Superdreadnoughtzur Ablieferung gelangen. Lichnowsky.

AN DEN REICHSKANZLER VON BETHMANN HOLLWEG

London , 18. 12. 1913

D er Widerstand des radikalen Flügels der Regie-rungspartei gegen das Steigen der englischen Flot-tenausgaben beginnt der Regierung ernstliche Schwie-rigkeiten zu bereiten.

Gestern suchten Vertreter einer bedeutenden An-zahl liberaler Abgeordneter den Premierminister auf,um ihn die in gewissen Kreisen der liberalen Parteiherrschende Unzufriedenheit über die in Aussichtstehende Vermehrung des Flottenvoranschlags zumAusdruck zu bringen.

Eine gestern abend veröffentlichte amtliche Er-klärung über den Verlauf der Unterredung besagt, daßdie Abordnung die Notwendigkeit einer Beschränkungder Flottenrüstungen betont und auf das wachsendeMißbehagen im Lande über das dauernde Steigen derAusgaben hingewiesen habe. Mr. Asquith habe ge-