antwortet, er verstehe die Besorgnisse der liberalenAbgeordneten durchaus, und die Angelegenheit werdevon der Regierung dauernd ernstlich geprüft.
Es dürfte der Regierung nicht leicht werden, dieradikalen Wünsche mit den Plänen Winston Churchills in Einklang zu bringen. Man darf jedenfalls damitrechnen, daß der sich immer mehr zum „enfantterrible” in der Regierung auswachsende Marine-minister, gestützt auf sein als First Lord of theAdmiralty erworbenes Ansehen, sich nicht so leichtenKaufes ergeben wird. Sein viel bemerkter intimerVerkehr mit Mr. Austen Chamberlain und seine ent-gegenkommende Haltung in der irischen Frage, dieihm in der liberalen Presse schon manche Rüge ein-getragen hat, zeigen, daß Mr. Churchill nicht davor.zurückschreckt, seine eigenen Wege zu gehen. Esfehlt daher auch nicht an Stimmen, die sogar dieMöglichkeit seiner Rückkehr in das unionistischeLager in Erwägung ziehen und ihm eine große Zukunftdaselbst Voraussagen. Lichnowsky.
AN DEN REICHSKANZLER VON BETHMANN HOLLWEG
M r. Lloyd George hat ganz unerwartet vonseinem Weihnachtsaufenthalt in Wales aus dieinnerpolitische Feiertagsstimmung durch eine Kund-gebung gestört, die gestern in Form eines Gesprächsmit einem Bekannten im „Daily Chronicle“ anführender Stelle veröffentlicht worden ist.
Der Minister betonte die Notwendigkeit einer Er-leichterung des ungeheuren Steuerdruckes und meinte,daß man nur durch eine Einschränkung der über-triebenen Rüstungsausgaben zu einer wirklich durch-